Donnerstag, 8. November 2012

PI: Traumtänzerin 8

Geschrieben von petit Indien.

Manchmal habe selbst ich das Gefühl, mein Leben sei nur noch eine Flucht. Halb nach rechts gedreht und kurz vorm Lossprinten. Er hat mir das vorgeworfen und ich muss ihm Recht geben.
Aber hier gleicht es jetzt umso mehr einer Flucht, obwohl ich mich nicht bewege. Dieser ganze Urlaub sollte eigentlich das Gegenteil sein.
Flucht vorm Alltag, ja, doch nicht vor sich selbst – vor mir.
Dass es eine Flucht vor meinen Gefühlen war, hatte ich erst gemerkt, als es bereits zu spät war. Als er früher von seinem Ausflug zurück gekehrt war und Kai und mich in unserem Ferienhaus dabei erwischte, wie wir von unseren Gefühlen ausgespielt worden waren.
Und jetzt, nach dem Streit zwischen Kai und ihm, kann ich gar nicht anders, als weiter zu flüchten. An das Meer zu flüchten. Allein der Gedanke an die Beiden zerreißt mich bereits. Flucht, ist der einzige Gedanke, der dann noch zu mir durchdringt. Flucht! Ich will nicht zurück in dieses leere Haus, wo nur er ist, leer und doch voller Hilflosigkeit.
Also flüchte ich zum Strand. Täglich tragen meine Füße mich zum selben Platz, dort, auf der Wellenbrechermauer. Der Strand wird ein ums andere Mal zu meiner Welt, er gehört nur noch mir allein und die Menschen darauf sind Gast darin. Eine Welt kann nur mit den Menschen darin leben. Hier fühle ich mich kalt, fremd, kann mich in meiner Trauer fallen lassen. Sie umspült mich warm und nimmt mir den Druck, nimmt mir den Instinkt zur Flucht. So finde ich zurück zu meinem Traum.
Ist man glücklich, wenn man lebt – in seiner eigenen Welt lebt? Doch wenn man nicht weiß, wer man eigentlich ist, woher kennt man dann die Welt, in die man gehört? Es muss eine Suche sein. Aber ob ich dabei das Glück oder mich selbst suche, das weiß ich nicht. Noch nicht.
Alles beginnt und endet mit Fragen nach sich selbst.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen