Manchmal
habe selbst ich das Gefühl, mein Leben sei nur noch eine Flucht.
Halb nach rechts gedreht und kurz vorm Lossprinten. Er hat mir das
vorgeworfen und ich muss ihm Recht geben.
Aber
hier gleicht es jetzt umso mehr einer Flucht, obwohl ich mich nicht
bewege. Dieser ganze Urlaub sollte eigentlich das Gegenteil sein.
Flucht
vorm Alltag, ja, doch nicht vor sich selbst – vor mir.
Dass
es eine Flucht vor meinen Gefühlen war, hatte ich erst gemerkt, als
es bereits zu spät war. Als er früher von seinem Ausflug zurück
gekehrt war und Kai und mich in unserem Ferienhaus dabei erwischte,
wie wir von unseren Gefühlen ausgespielt worden waren.
Und
jetzt, nach dem Streit zwischen Kai und ihm, kann ich gar nicht
anders, als weiter zu flüchten. An das Meer zu flüchten. Allein der
Gedanke an die Beiden zerreißt mich bereits. Flucht, ist der einzige
Gedanke, der dann noch zu mir durchdringt. Flucht! Ich will nicht
zurück in dieses leere Haus, wo nur er ist, leer und doch voller
Hilflosigkeit.
Also
flüchte ich zum Strand. Täglich tragen meine Füße mich zum selben
Platz, dort, auf der Wellenbrechermauer. Der Strand wird ein ums
andere Mal zu meiner Welt, er gehört nur noch mir allein und die
Menschen darauf sind Gast darin. Eine Welt kann nur mit den Menschen
darin leben. Hier fühle ich mich kalt, fremd, kann mich in meiner
Trauer fallen lassen. Sie umspült mich warm und nimmt mir den Druck,
nimmt mir den Instinkt zur Flucht. So finde ich zurück zu meinem
Traum.
Ist
man glücklich, wenn man lebt – in seiner eigenen Welt lebt? Doch
wenn man nicht weiß, wer man eigentlich ist, woher kennt man dann
die Welt, in die man gehört? Es muss eine Suche sein. Aber ob ich
dabei das Glück oder mich selbst suche, das weiß ich nicht. Noch
nicht.
Alles
beginnt und endet mit Fragen nach sich selbst.
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