Samstag, 30. Juni 2012

EH: Elizabeth

geschrieben von Elizabeth.


Eigentlich finde ich Künstlernamen ja nicht so super, meistens sind das nur irgendwelche möchte-gern-beeindruckend-klingenden Namen.
Jetzt hab ich auch einen.
Ich sehe mich nicht als Künstler, alles, was ich mache, ist irgendwelche Gedanken aufschreiben. Zu einem Thema, das mir vorgegeben ist. Nichts, was nicht jeder andere auch könnte.
Aber gut, jetzt habe ich halt doch einen Künstlernamen.
Elizabeth. Die englische Schreibweise von Elisabeth.
Ich mag Englisch nicht besonders.
Ich finde auch meinen Namen auf Englisch nicht so schön. Auf Deutsch geht’s.
Für mich ist Elizabeth spanisch.
Inzwischen weiß ich, dass es weder Elisabeth noch Elizabeth im Spanischen gibt, die Übersetzung wäre Isabel. Ich weiß zwar, dass der Name verwendet wird, genauso wie es ja bei uns Isabel(l) gibt, aber es ist ein ausländischer Name und die Schreibweise nur aus dem Englischen übernommen.
Aber eigentlich ist das egal, ob es ihn gibt oder nicht!
Jemand, der Elizabeth liest, denkt doch sowieso, dass es englisch ist.
Nur für mich persönlich ist Elizabeth spanisch.
Weil ich damit etwas verbinde. Erinnerungen, wie ich so genannt werde.
Es ist faszinierend, wie einen so etwas Unwichtiges so beeindrucken kann. Es gibt so viele interessante Sachen in einem fremden Land zu entdecken, und ich bin von dem einfachen Namen begeistert.
Ich liebe diesen Namen. Meinen Namen. Auf Spanisch.
Und dann stelle ich mir die Situation im Treppenhaus vor, wo ein Mexikaner meinen Namen singt! (Nicht sagt, singt! ;) )
Irgendwie ist dieser Name wie ein Foto. Er hält einen Moment meines Lebens fest und wenn man ihn anschaut oder hört, erinnert er mich daran.
Auch daran, dass dieser Mexikaner mich damit verarscht hat, dass er meinen Namen immer falsch geschrieben hat und ich mich dann drüber aufgeregt habe. Und jetzt nenne ich mich freiwillig so ;)
Jetzt habe ich ein wahres Souvenir aus Frankreich.
Bei Souvenir denkt man immer an Gegenstände, irgendetwas, was dann doch nur rumsteht. Dabei heißt Souvenir doch Erinnerung. An was erinnert mich denn ein gekaufter Eiffelturm-Schlüsselanhänger? Einen, den jeder hat. Daran, dass ich hoch gestiegen bin? Wow! Aber doch nicht an ein besonderes Erlebnis!
Elizabeth ist auch nicht einzigartig, genauso wenig wie der Eiffelturm.
Und trotzdem erzählt der Name für mich eine Geschichte, und das macht ihn zu meinem persönlichen Souvenir.

Donnerstag, 28. Juni 2012

EH: Reiseglück

geschrieben von Elizabeth

Ich bin nach Paris und Lyon gefahren, um meine Freunde aus Vichy wieder zu treffen. Das war der einzige Grund - die Städte kannte ich ja beide schon. Und trotzdem hatte ich immer das Gefühl irgendwas tun zu müssen. Ich kann ja nicht eine Woche nach Frankreich fahren und dann dort nur faulenzen, Filme schauen, früh ins Bett gehen, spät aufstehen,…
Dabei ist das nach dem Stress der Wochen vor dem Abitur, in denen man nie ausschlafen kann ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, genau das was man braucht. Oder?
Diese Vorstellung, immer etwas tun zu müssen, ist total in mir drin. Auch wenn ich jetzt nach Tansania fahre. Ich kann doch nicht zwei Monate in einem so fernen Land verbringen ohne etwas zu besichtigen. Vielleicht bin ich ganz froh, dass die Serengeti und der Kilimandscharo so weit weg sind, dann hab ich eine Ausrede.
Aber auch um Dar es Salaam herum gibt es viele schöne Orte: Sansibar, Nationalparks,… Und wenn ich schon dort bin und das alles direkt vor meiner Haustüre ist, muss ich es ja auch anschauen.
Muss ich? Die schönsten Momente in Frankreich waren die, in denen wir sinnlos am See oder Flussufer saßen und geredet haben.
Das kann ich zu Hause auch, dafür muss ich nicht so weit weg fahren.
Aber es wäre nie das Gleiche!
Tansania: Ich gehe nicht nach Südamerika, weil ich kein Spanisch kann. Ich fahre mit der Organisation, weil sie am billigsten ist. Ich gehe nach Tansania, weil da noch ein Platz frei war…
Warum gehe ich dann? Interessiert mich das Land überhaupt?
Sicher, es ist ganz anders, und ja, es interessiert mich. Aber der Grund, warum ich fahre, sind die Leute. Ich will sie kennen lernen, ihre Gewohnheiten, will mit den Kindern in der Tagesstätte und im Waisenhaus Zeit verbringen und dabei Erfahrungen sammeln, selbstständiger werden…
Vielleicht denke ich vor Ort schon wieder ganz anders, aber im Moment würde ich auch sechs Tage die Woche arbeiten, damit ich vier Tage in der Tagesstätte und trotzdem zwei im Waisenhaus verbringen kann.
Würde ich das machen, würden alle mich für verrückt erklären. Ich kann doch nicht bis nach Tansania fahren um dann immer nur zu „arbeiten“. Ich muss die Gelegenheit nutzen und was anschauen! Und was soll ich ihnen erzählen? Ich hab nichts gesehen vom Land?
Und ist es nicht gerade das, was ich machen sollte? Weil ich es will? Würde es mich glücklich machen? Oder würde es mir mein Glück verleiden, wenn ich mich ständig rechtfertigen muss, weil ich nicht jedes Wochenende auf Achse bin?
Ich werde mit Sicherheit einige Besichtigungen machen, aber bin ich ein Freak, wenn ich die ganzen wichtigen Dinge am Ende nicht geschafft habe, wenn ich z.B. obwohl es total bekannt und so nah ist nie auf Sansibar war?
Wahrscheinlich mache ich mir viel zu viele Sorgen. Vielleicht regelt sich alles von allein. Vielleicht kann ich gar nicht 6 Tage arbeiten, vielleicht will ich es dort auch nicht mehr.
Aber wenigsten in Bezug auf Frankreich: Ich hätte zu Hause nie diese Ruhe gehabt wie dort!
Also warum muss ich, wenn ich in einem fremden Land bin, immer etwas tun?

Montag, 25. Juni 2012

EH: Nicht einfach nur Glück

geschrieben von Elizabeth

Kann man sein Glück beeinflussen? Black Jack ist ein Glücksspiel und man kann es beeinflussen.
Ist es dann noch ein Glücksspiel? Man braucht ja kein Glück, um zu gewinnen.
Oder ist Glück Schicksal, von vornherein festgelegt?
Oder Zufall? Dann kann man nichts dafür tun. Aber man kann doch dafür sorgen, dass man glücklich ist. Dinge unternehmen, die einem Spaß machen, mit Leuten, die man mag. Es hängt doch von mir ab, wie ich mein Leben gestalte. Ich muss eben die Dinge machen, die mir Freude machen, dann bin ich glücklich.
Ein Glück das länger hält? Nein, sobald wieder Schwierigkeiten auftauchen ist es vorbei mit dem Glück - man fühlt sich vom Pech verfolgt.
Oder man ist einfach nur nicht glücklich.
Ist jeder, der nicht glücklich ist, unglücklich? Kann einem nicht auch mal alles einfach egal sein, man fühlt sich überforder von der Schule, ist genervt? Ist man dann gleich unglücklich?
Vorübergehend, genauso, wie man glücklich ist, wenn man etwas tut, was einem gefällt. Danach ist es vorbei und das Glück geht wieder.
Unter Glück versteht man doch heutzutage etwas, was man nicht beeinflussen kann, wie Würfelglück, Glück gehabt bei irgendwas.
Dann wär ich aber nicht glücklich, wenn ich mich willentlich in eine Situation versetzte, die mich glücklich macht.
Aber das bin ich. Was wäre das sonst für ein Gefühl, wenn nicht Glück.
Also ist das Gefühl 'Glück' beeinflussbar.
Jedoch ist Glück ist nicht gleich Glück-lich. Und dieses Glück ist dann nicht beeinflussbar, sondern ist halt so - entweder man hat es oder man hat es nicht.
Dann kann man wieder unterscheiden, ob das Glück vom Schicksal abhängt oder einfach nur Zufall ist. Aber das kommt drauf an, ob man an Schicksal glaubt.
Man könnte sagen, richtig langfristiges Glück ist Schicksal, das ist so.
Und das Glück, dass ich fast jedes Mal in der Früh den Bus noch erwische, ist Zufall.