Donnerstag, 31. Mai 2012

RL: Entscheidungen

geschrieben von Rabea L.



Entscheidungen

Wir sind was wir sind.
All unsere Entscheidungen formen uns.
Wären wir anders, hätten wir uns anders entschieden?
Die Wahl verändert?
Wer wäre ich?
Damals, jetzt.
Immer muss man Wahlen treffen.
Alltag. Sonderbare Momente.
Für das Leben wichtig oder nichtig?
Ja! Nein!
Soll ich es tun oder warten was passiert?
Ich nahm mich zurück, hab manches seien lassen.
Bereue nichts und doch sehr vieles.
Frage mich oft, was wäre wenn?
Wenn alles durch einen Moment sich verwandelt, gewandelt hätte.
Wäre mein Leben besser? Ich besser?
Ich weiß es nicht.
Doch was ich weiß, ist wichtig für mich.
Ich bin wer ich bin.
Alle Entscheidungen, die ich traf, habe ich getroffen, um mir treu zu bleiben.

Mittwoch, 30. Mai 2012

RL: Neue Wege

geschrieben von Rabea L.


Neue Wege

Alle Menschen sind Marionetten.
Marionetten ohne Verstand.
Ohne eigenen Willen.
Alles ist vorgegeben.
Jeder Weg vorgezeichnet.
Gezeichnet wie Schienen.
Nur ein Weg ohne davon abzukommen.
Jedoch gibt es Abzweigungen, die neue Wege, neue Entscheidungen freilegen.
Diese Änderungen des Lebens kosten viel.
Leichter ist es auf der Bahn zu bleiben.
Keine Änderung.
Alles gleich.
Das Leben bleibt das Leben.
Man bleibt eine Marionette.
Doch fällt diese Entscheidung gegen das Leichte.
Für das Neue.
Für das Gute.
Die Schnüre werden abgekappt.
Es gibt keinen mehr, der einen führt.
Der einen hochhebt und lenkt.
Man fällt hin.
Muss lernen alleine zu stehen, zu gehen, zu fliehen.
Man rafft sich auf.
Steht und geht.
Geht auf den neuen Weg.
Hat seine Entscheidung gefällt.
Ungewissheit über die Richtigkeit der Änderung.
War es richtig oder falsch?
Soll ich zurückkehren oder weitermachen?
Die Gefahr wird einem erst bewusst, wenn es kein zurück mehr gibt.
Die Gefahr des Neuen.
Was wird passieren, wenn alles schiefgeht?
Wenn alles gut geht?
Die Gefahr sein komplettes Leben zu ändern.
So zu ändern, dass man sich ändert.
Man ist nicht mehr man selbst.
Ein selbst, dass früher vorgegeben war.
Dass mit Glück einen selbst gezeigt hat.
Jedoch mit Pech nur eine Maske für die Gesellschaft aufweist.
Zeigt Freude ist jedoch geknickt.
Man fühlt, dass es falsch ist.
Dass man kämpfen muss.
Geht einen neuen Weg und offenbart sich selbst.
Andere denken, man ist anders, obwohl man erst jetzt man selbst ist.
Sie haben kein Verständnis für einen.
Sie sind noch Marionetten in ihrem Leben, während man selbst keine mehr ist.
Man hat sich endlich entschieden.
Entschieden selbst zu entscheiden.
Der neue Weg führt weg von den anderen und doch ist es richtig so.
So muss es sein.
Man muss man selbst sein.
Muss etwas wagen.
Muss etwas neues wagen.
Muss etwas ändern, wenn man etwas verändern will.
Man darf nur auf sich hören.
Nicht auf andere.
Muss die Schienen weichen lassen und sie vollends verlassen.
Denn das einzige, was man in einem, in seinem Leben falsch machen kann, ist keine Entscheidung zu fällen.

Dienstag, 29. Mai 2012

RL: Wer

geschrieben von Rabea L.


Wer

Es gibt Momente im Leben, da weiß man nicht wer man ist.
Man weiß nur, wer man war und wer man sein will.
Die Gegenwart ist ungewiss.
Man selbst ist ungewiss.
Verunsichert von allen.
Verunsichert von sich selbst.
Einem Selbst, das nicht ist, da man nicht weiß, wer man ist.

Donnerstag, 24. Mai 2012

RL: Freiheit

geschrieben von Rabea L.



Freiheit

Jeder will es.
Jeder denkt er hat es und sucht es trotzdem.
Niemand weiß so recht, was Es ist.
Warum streben wir danach?
Warum wollen wir das Unerreichbare.
Man kann alles haben, alles besitzen, ja, wunschlos glücklich sein.
Familie, Freunde, Beziehung, Job, Geld, Macht.
Nichts reicht.
Reicht einem für den Seelenfrieden.
Nach was streben wir?
Ist es Freiheit?
Ist es einfach das erreichen des Unerreichbaren?
Alles ist perfekt und doch macht man sich unglücklich.
Nichts ist genug.
Ich bin hier, wäre aber gerne da.
Ich liebe meine Familie und doch will man so wenig wie möglich mit ihr zu tun haben. Wunschbilder der Traumfamilie sind da.
Da doch fern.
Die Realität würde reichen und doch ist das Sehnen zu anderen da.
Bekannte, Freunde, beste Freunde sind nichts weiter als flüchtige Begegnungen.
Die gemeinsame Zeit ist gut, toll, wunderbar.
Es kann nichts besseres geben.
Doch ein kleiner Stups kann diese kostbare Zeit zerstören.
Ein Sprung im Freundschaftsglas entsteht.
Er kann gekittet werden oder alles zerspringt in seine Einzelteile.
Für immer und ewig ausgelöscht.
Die Gemeinsamkeiten als Gegenseitigkeiten für alle Zeit abgetan.
Freundschaften enden, neue beginnen.
Nichts ist genug.
Man will mehr und mehr.
Beziehungen entstehen:
Alles ist perfekt.
Nichts könnte besser sein.
Grenzenloses Vertrauen, Schwerelosigkeit.
Perfekt.
Doch plötzlich wieder dieses Gefühl.
Ein Gefühl das einen gefangen hält.
Andere Personen treten ins Leben.
Die Vertrautheit wiederholt sich.
Ist für kurze Zeit perfekt und zerstört dann alles hinter sich.
Das streben nach Freiheit, dem Grenzenlosen macht einen kaputt.
Alles Gute wird vernichtet.
Erst wenn man alles ruiniert hat, kommt die Einsicht.
Einsicht darauf, dass das, was man besitzt, dass das Leben, das man führt, reicht.
So und nicht anders darf, muss das Leben sich abspielen.
Die Grenzen sollen nur in Gedanken überschritten werden.

Samstag, 19. Mai 2012

RL: Sommer 2011

geschrieben von Rabea L.


Sommer 2011

Person.
Ich.
Thema?
Sommer 2011.
Sommer 2011?
Kann man über etwas schreiben, nachdenken, philosophieren, was noch nicht beendet ist?
Beendet im Kalender, aber nicht im Herzen.
Man hält es fest.
Wagt Rückblicke.
Doch vorbei ist es nicht.
Immer wieder denkt man Gedanken, fühlt Gefühle.
Sie gehören zu diesem Sommer.
Sind noch nicht beendet.
Nicht beendet, auch wenn dieser Sommer geendet hat.
Sie werden mich verfolgen.
Gute wie schlechte.
Alles bricht auf mich herein.
Kann ich selbst entscheiden, was ich tat oder waren meine Schritte vorbestimmt?
Ich liebe und wurde geliebt.
Ich reiste durch die Welt und diese Welt wandert durch mich und verwandelt meine Seele.
Andere Länder, andere Kulturen.
Andere Menschen umgeben mich und hinterlassen Spuren in mir.
Begegnungen sind nicht einfache Treffen.
Sie sind mehr.
Sie sind Offenbarungen.
Ich offenbare mich, während mir die Wahrheiten und Lügen anderer offenbart werden.
Aus Freunden werden dadurch Geschwister.
Auf Ewig verbunden durch ein Band der Gefühle.
Alles erweitert sich.
Erweitert mich.
Mein Horizont wird größer.
Größer durch die geistige Arbeit mit Zahlen.
Zahlen die für jeden unwichtig, für mich jedoch wichtig sind.
Bunt auf weiß und doch so einfach.
Schwer für andere.
Andere Menschen auf der Welt.
Menschen die feiern, während andere trauernd, traurig daneben sitzen.
Sie werden zwar gesehen, aber nicht bemerkt.
Ich bemerke sie.
Sie, die Trauer.
Höre ihr zu.
Versuche sie zu verstehen und abzuwenden.
Schaffe es, doch erschaffe gleichzeitig neue Trauer in dem Menschen.
Lasse ihn allein und erinnere mich an seine und meine Geschichten.
Geschichten über Freude und Musik.
Metaller Musik, die bejubelt wurde.
Solange bejubelt, bis sie mich vernichtet hat.
Vernichtet für kurze Zeit.
Nach dieser Pause himmelte ich sie aufs neue an und feierte sie mit meinesgleichen.
Wie gesagt.
Alle fühlen Gefühle wie Liebe, Trauer und Freude.
Ich denke Gedanken über das Unvollkommene, was ich mit diesen Gefühlen verbinde.
Mein Sommer 2011.

Donnerstag, 17. Mai 2012

RL: Vielseitigkeit

geschrieben von Rabea L.


Vielseitigkeit

Wie erste Begegnungen einen täuschen können.
Täuschen einen in einer Person, den man in einem normalen oder abnormalen Moment kennenlernt.
Im richtigen Moment jedoch zeigt sich die Vielseitigkeit einer einseitig wirkenden Person.
Sie ist die Grinsekatze, die einen mit ihrer Fröhlichkeit selbst zum grinsen bringt.
Dieses Grinsen steckt so voller Energie.
So voller Lebensenergie, dass es einen nie voll und ganz verlässt.
Sie ist der Quizmaster, der einem die Fragen des Lebens stellt.
Die Fragen die jedermann bewegen und doch keiner es wagt sie in Worte zu fassen.
Die verschiedenen Worte, die sie spricht stecken so voller Wahrheit.
Eine Wahrheit die man mit Wahrheit spiegelt, sodass eine perfekte Runde eines Quizzes entsteht.
Eine Runde die man mit ihr nur gewinnen kann.
Sie ist der Traumfänger, der jedem Traum nachjagt.
Eine Jagd, die nicht immer im Guten endet und so zum Albtraum werden kann.
Doch in jedem ihrer Albträume steckt etwas wundervolles, dass sie weiterbringt ihre Träume zu fangen.
Dieses Wundervolle nennt sie Liebe.
Liebe die sie entdeckt, die die Traumfängerin gefangen hält.
Sie wird gefesselt und gebannt.
Sie versucht sie zu unterdrücken und dennoch lässt sie ihre Träume frei.
Frei in die Welt hinein um ihre Liebesgefangene zu befreien.
Sie lässt Sie frei.
Sich und Sie.
Sie will den Albtraum für beide mit ihrer Liebe zu einem Anti-Albtraum verwandeln.
Die Verwandlung die durch ihre Vielseitigkeit ein leichtes ist.
Dadurch ändert sich die Person in meinem Herzen.
Ändert sich zu einem Teil von mir.
Sie ist meine Grinsekatze, die mich immer wieder mit ihrem Lächeln streift.
Sie ist mein Quizmaster, der meine Neugier durch die Fragen des Lebens stillt.
Sie ist mein Traumfänger, der mit mir den Träumen, ja der Liebe nachjagt.

RL: Monotonie

geschriebe von Rabea L.


Monotonie

Jeden Tag das gleiche.
Aufstehen, Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Ich bin eine Maschine in einem System.
In einem kranken System, dass jeden Menschen gefangen hält.
Keiner kann entkommen, jeder ist im Netz des Staates.
Schule ist Pflicht.
Sie lässt den Kreislauf der Monotonie in Gang kommen.
Sie lehrt mich nichts fürs Überleben sondern nur fürs Leben.
Sie gibt mir den Takt, ordnet mein Leben, ob ich es will oder nicht.
Aufstehen, Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Essen muss wohl sein.
Doch wer hat mir vorgeschrieben dreimal am Tag dieser überflüssigen Beschäftigung nachzugehen? Die Gesellschaft.
Eins Frühstück.
Zwei Mittagessen.
Drei Abendessen.
Warum die Zahl drei?
Warum nicht nur zweimal oder gleich viermal?
Immer zeigt es sich bei uns in der Welt.
Es geht immer um drei Dinge im Leben.
Gott, Sohn und heiliger Geist.
Ein flotter Dreier um mal etwas neues auszuprobieren.
Die dämlichen Trilogien-Filmen die gezwungener Maßen auf die heilige Zahl 3 gebracht werden. Meine Beispiele sind auch drei.
Die Zahl scheint wohl verhext.
Aber es heißt ja auch aller guten Dinge sind drei!
Also müssen meine Mahlzeiten wohl auch drei betragen.
Aufstehen, Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Ein Zeitvertreib muss auch sein.
Jeder macht was um die kleine Freizeit, die einem bleibt auszunutzen.
Doch in Wahrheit wird sie nur vergeudet.
Die heilige Zeit zwischen Essen und schlafen wird nie so gebraucht, dass ich eine vollendete Befriedigung erlebe.
Nichts schafft mir einen Höhepunkt.
Ich verbringe diese Zeit mit unbedeutenden Dingen.
Telefonieren.
Chatten.
Musik hören.
Doch nichts schafft es den Durchbruch zu erzielen.
Alles bleibt im Takt.
Nichts ändert die Monotonie.
Nichts befreit mich.
Aufstehen, Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Und dann kommt die Zeit an der wir denken, diesem Zwang den gar auszumachen.
Das heiß ersehnte Wochenende.
Schulfrei.
Keine Arbeit.
Keine Aufgaben zu erledigen.
Doch in Wahrheit ändert sich nichts.
Es fällt nur etwas weg, aber nichts neues kommt hinzu.
Aufstehen, Essen, irgendwas, Essen, irgendwas, Essen, irgendwas, schlafen.
Nur das Nutzlose tun für die Zeitüberbrückung wird länger.
Um einiges länger.
Man kommt sich nutzlos vor.
Ich will nur etwas erschaffen.
Ich schaffe aber nichts.
Der Zeitdruck unterdrückt mich.
Diese ewige Zeitschleife ermordet meine Kreativität.
Aus dem irgendwas wird eine Schaffenskrise.
Ein Nutzlos fühlen entsteht.
Ich fühle mich ausgelaugt.
Unwichtig.
Nur ein Rad in der Maschine.
Nach diesem ach so tollen Wochenende, was mich in meinem Trott nur gewisser gemacht hat, folgt wieder ein Montag, der meine Seele auffrisst.
Aufstehen, Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Ich versuche zu entkommen.
Dem System zu entfliehen.
Doch wo ist nur der Ausgang?
Das große, leuchtende EXIT-Schild?
Ich suche mich um.
Erkenne die ganzen Zombies um mich herum.
Die Marionetten der Zeit.
Jeder macht das gleiche ohne es zu merken.
Kleine Abwandlungen sind der einzige Unterschied.
Im Grunde sind wir jedoch alle gleich.
Ich hasse es.
Ich will das nicht mehr.
Aufstehen, Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Mein ganzes Leben ist vorbestimmt.
Alles ist eintönig.
Nichts kann ich machen um etwas neues hervorzubringen.
Muss man erst älter werden um der Monotonie den gar auszumachen?
Es scheint so, denn nur so kann ich die Schule abschütteln.
Ich will älter werden, doch da fällt mir auf, dass ich hier wieder nicht allein bin.
Jeder will älter werden.
Ich warte und warte.
Jahre mit meinem vorgeschriebenen Takt vergehen.
Ich komme endlich an.
Werde hoffentlich an meinem Höhepunkt ankommen und endlich Befriedigung verspüren.
Dann die Erkenntnis.
Eine neue Lebensmelodie stellt sich ein.
Aufstehen, Essen, Arbeit, Essen, Arbeit , Essen, irgendwas, schlafen.
Ich will nur noch ausbrechen.
Ich halte dieses Leben, diese Eintönigkeit, diese Monotonie nicht mehr aus.
Was soll ich nur tun.
Ich schaue mich um und erkenne, dass ich die Einzige auf der Welt bin, die dieses Problem erkennt. Alle werden von einem seidenen Faden gezogen.
Das will ich nicht mehr.
Ich nehme ein Messer und schneide ihn durch.
Durchbreche die Monotonie.
Durchbreche die Lebensmelodie.
Nun spüre ich Befriedigung.
Das ist mein Höhepunkt.
Ich bin endlich frei.
Kein Aufstehen, Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen mehr.
Doch als ich dieses Glücksgefühl endlich erreicht habe, erkenne ich, dass es vorbei ist.
Mein Takt schlägt nicht mehr und mit ihm mein Herz.
Ich gehe ins nichts über und verstehe endlich, dass das Leben lebenswert ist.
Hier herrscht nur noch.
Nichts, nichts, nichts und noch mehr nichts.

Freitag, 11. Mai 2012

RL: Andersartigkeit

geschrieben von Rabea L.


Andersartigkeit

Ich war kein jemand.
War ein niemand.
Wobei ich durch meine Art verzweifelt nach Aufmerksamkeit schrie.
Ich wollte nicht irgendwer sein, der unsichtbar durch die Welt zieht und doch ging ich unter.
Überall Markenklamotten, Mitläufer und Musikrichtungsangezogene.
Niemand achtet auf Außenseiter.
Auf mich.
Jemand der anders ist, der versucht nur sich zu folgen ist kein jemand, ist ein niemand.
Viele gegen einen.
Man ist allein.
Keiner verstand meine Weltanschauung.
Verstand meine Erscheinung.
Verstand meine Art.
Verstand mich.
Ich habe überlegt mich zu ändern, mich zur Gleichartigkeit werden zu lassen.
Nein.
Ich suchte andere Andersartigkeit.
Bin gescheitert.
Habe mich verloren.
Dachte ich gehöre nicht auf diese Welt.
Ein Alien?
Vielleicht.
Ich wollte nur noch aufgeben.
Meine Seele auf eine andere Ebene tragen.
Eine bessere Welt muss es doch geben irgendwo im nirgendwo.
Die Rasierklinge schnitt mir in die Haut.
Tiefer und tiefer.
Ich spürte etwas ungespürtes.
Seltsame Gefühle nie davor gekannt.
Erkannte ein Art Liebe.
Liebe durch Empfinden.
Liebe im Schmerz.
Der Schmerz zeigte mein Innerstes.
Meine Einsamkeit.
Meine Andersartigkeit in der Gleichartigkeit der Welt.
Doch der Schmerz, die Liebe war nicht groß genug.
Ich blieb auf der untersten Ebene.
Konnte nicht loslassen.
Ging meine Wege.
Wege die keiner bereit war mit mir zu gehen.
Ich wollte endlich ankommen.
Ankommen.
Nur wo?
Ich wusste es nicht.
Das einzige was mir gewiss war, war das ich wohl nie ankommen werde.
Muss ich allein enden?
Einsam, verbittert, mit einem schwarzen Herzen in der Brust?
Ich sah es ein.
Dies war mein Schicksal.
Dieser Weg der Andersartigkeit führt in den Abgrund.
Meine Welt verdunkelte sich.
Wurde tief schwarz.
Kein Lichtschimmer.
Nichts.
Doch was ist das?
Eine Klang?
Eine Melodie?
Ein Lied?
Gar eine Stimme?
Es fand mich.
Mich in der Dunkelheit.
Ich möchte dich kennen, erkennen.
Ich will dich in deiner Andersartigkeit verstehen, verstehen wie niemand sonst.
Herrliche Worte, die mein Ohr nie vernommen hat.
Sollte ich ihr glauben, ihr der Person, die in meine Seele zu schauen scheint?
Auf Ewig auf der Suche nach einer anderen Andersartigkeit endlich angekommen?
Mich verloren und wiedergefunden?
Gefunden auf der Welt der Gleichartigkeit.
Mein Weg hat ein Ende.
Ein Ende mit ihr.
Ihr, der Anderen.
Der andersartigen Person.
Sie will meine Weltanschauung, meine Erscheinung, meine Art verstehen.
Ja, mich verstehen.
Mich die keine Person ist, die ein niemand ist.
Das Gefühl der Klinge kommt wieder in mir hervor.
Hervor wie nie zuvor.
Die Liebe des Schmerzes geht unter zu der Liebe zu der anderen.
Millionenfach verstärkt spüre ich sie nun.
Nie erwartet, doch darauf gewartet habe ich immer.
Sie wollte mich finden, nicht das Ende des Weges.
Nur sie, die Andersartigkeit.
Sie ist das Ziel gewesen.
Sie ergänzt mich, sie widerspricht mich.
Sie ist wie ich und doch ganz anders.
Sie spürt mich in jeder Einzelheit.
Jede Faser von mir offenbart sich ihr.
Wir werden ein und doch sind wir zu zweit.
Ihre Nähe, ihre Wärme, ihre Stimme durchdringt mich.
Erweckt mich.
Erquickt mich.
Lässt mich zum Höhepunkt kommen.
Ja. Ja. Ja!
Wir, sie und ich, sind vereint.
Andersartigkeit und Andersartigkeit wird Zweisamkeit, gar Gleichartigkeit.
Ich war kein jemand, ein niemand.
Ich zerstörte mich, wollte nicht mehr ich sein.
Wollte mich anpassen.
Doch diese Zweisamkeit, Gleichartigkeit verführte mich.
Zeigte mir mein wahres Gesicht.
Sie liebt dieses Gesicht.
Mein Gesicht und nicht die Maske, die jeder andere auf der untersten Ebene, der Welt trägt.
Mein Gegenpol offenbarte sich.
Offenbarte sich mir.
Sie machte aus zwei eins.
Jetzt bin ich kein niemand, ich bin jemand.
Ihr jemand.

Dienstag, 8. Mai 2012

RL: Glück 4

geschrieben von Rabea L.


4.

Als ich aufwache ist diese Duft immer noch da und Leovay auch. Er schläft noch. Ich muss sofort zu meiner Einzelsitzung, also richte ich mich schnell und gehe direkt hin. Ich erzähle dem Arzt wie schön alles ist und das es mir schon wieder gut geht, da ich mein Glück wieder gefunden habe. Der Arzt schaut mich skeptisch an. „Wie sagen sie heißt der Patient?“ Ich erzähle nochmal alles haarklein. Der Arzt scheint verwirrt. „Er liegt bei ihnen im Bett?“ Ich nicke. „Okay, dann gehe ich zusammen mit ihnen auf ihr Zimmer.“ Er steht auf und nimmt mich bei der Hand. Ich verstehe nicht ganz, was das soll. Ich mache die Tür auf und sehe, wie Leovay immer noch in meinem Bett liegt und pennt. „Schauen sie, er schläft noch“, flüstere ich. Der Arzt seufzt. „Es tut mir wirklich sehr leid. Es gibt keinen Leovay. Er existiert nur in ihrer Fantasie. Schauen sie in den Spiegel. Dort werden sie ihn nicht sehen.“ Der tickt wohl nicht sauber. Aber ich mache es trotzdem. Ich schaue in den Spiegel auf das Bett und...

Ich weiß nicht wie viele Tage vergangen sind. Ich hatte einen erneuten Zusammenbruch. Ich kann nicht mehr klar denken. Die Medikamente nehme ich nicht mehr, ich weigere mich sie zu nehmen. Ohne sie kann ich ihn besser sehen. Es ist mir egal, dass nur ich ihn in sehe. Er ist alles was ich brauche. So lange ich ihn habe, brauche ich kein normales Leben. Er ist mein Leben. Auch wenn ich nie wieder hier herauskomme. Er ist die Liebe meines Lebens. Er ist mein Glück.

Sonntag, 6. Mai 2012

RL: Glück 3

geschrieben von Rabea L.


3.
Nächster Morgen, nächste Medikamentendosis. Ich schaue die meisten Patienten böse an, damit sie nicht wagen mit mir zu sprechen. In einer Stunde ist Gruppentherapie und ich könnte kotzen. Eine Stunde blödes labern über seine Gefühle und ich bin auf jeden Fall dran, weil ich neu bin. Tick tack. Ich laufe zum Galgen. Die Tür geht auf, alle sitzen sie im Kreis und freuen sich auf die Therapie. Ich setze mich dazu und fange an zu lächeln. Da ist er wieder. Er starrt mich auch schon wieder an. Wie er wohl heißt? Ich werde es sicher erfahren. Es beginnt. Klar ich muss anfangen. „Raven, 17, ich habe mein Glück verloren.“ Er kommt nicht an die Reihe. Ich fange an zu heulen. War aber auch irgendwie klar. Ohne Münze kann es auch nichts werden. Ich fange an in den Gängen rumzulaufen, da stupst mich etwas von hinten an der Schulter an. Erneut durchzuckt mich ein Blitz. Ich drehe mich sofort um und lächle. Er lächelt diesmal auch und geht dann weiter. Ich bin ratlos. Er schaut über seine Schulter und winkt unauffällig mit einer Hand. Soll ich ihm etwa folgen? Ich bin sein Schatten und verstehe seinen Weg nicht. Er läuft Kreuz und quer immer wieder durch die gleichen Gänge. Bis wir draußen sind im Garten. Dort setzt er sich auf eine Bank. Ich bleibe wie angewurzelt stehen. Er schaut mich belustigt an. „Angst dich hinzusetzen oder überlegst du, ob du mich wieder schlagen sollst?“ Seine Stimme hatte etwas beruhigendes und doch fing ich an zu weinen. Er erschrak. „Gefühlsschwankungen...ist normal bei mir...“ Er nickt leicht, schaut mich aber dennoch schuldig an. Ich setze mich neben ihn. „Ich heiße Leovay. Schlägst du jeden, der dich anschaut?“ Ich fing an zu grinsen. „Nein du bist der erste. Aber du hast mich auch verfolgt, also war ich im Recht!“ Meine Stimme wurde etwas lauter. Er legte mir einen Finger auf dem Mund und schüttelte sanft den Kopf. Ich fühlte ein Kribbeln, wie ich es noch nie gespürt habe. Es durchfuhr meinen ganzen Körper. Warum sind seine Berührungen nur so magisch? „Du hast dein Glück verloren, hast du vorhin gesagt... was meintest du damit?“ Während er das sagt, bewegt er seine Hand auf meine unverletzte Hand und streichelt sie sanft. Eine sanfte röte steigt in mein Gesicht. „Ich-ich“ Er schaut mir direkt in die Augen und ich weiß nicht mehr, was ich sagen will. „Du?“ „Ähm ja ich hatte das Glück auf der Straße gefunden, doch dann bin ich wohl durchgedreht.“ Er schüttelt den Kopf. „Du bist nicht durchgedreht. Du bist für mich eine der normalsten hier.“ „Danke“ Ich weine wieder und er schaut schuldig zu Boden. Seine Hand streichelt immer noch meine. Ich weine deswegen nicht sehr lang. „Ich denke es war gut. Durch den Verlust des einen Glücks habe ich dich gefunden.“ Er schaut mich ungläubig an. Dann lächelt er. Auf einmal bemerke ich es. Er rückt näher an mich heran. Ein euphorisches Gefühl durchströmt mich. Ich schaue auf seine Lippen und schließe dann meine Augen. Mein Herz pocht wie verrückt, als seine Lippen meine berühren. Alle Gefühle strömen auf mich ein. Ich fühle alles gleichzeitig und doch fühle ich nur ihn. Die Liebe und das Glück, dass ich für einen Menschen empfinde, den ich erst seit ein paar Stunden kenne. Mit dem ich erst ein paar Worte gewechselt habe und mit dem ich mich doch so verbunden fühle. Als sich meine Augen wieder öffnen, löse ich den Kuss. Er sieht genauso zufrieden aus, wie ich mich fühle. Wir gehen gemeinsam zurück und reden die ganze Zeit. Wir beachten niemanden mehr außer uns. Es gibt nichts mehr in diesem Irrenhaus außer Leovay und mir. Er begleitet mich in mein Zimmer und die Schwester sagt nichts dagegen. Auch als er am Abend bei mir schläft macht das nichts. Es ist, als wäre alles ein wunderschöner Traum aus dem ich gleich erwachen werde, doch so ist es nicht. Ich schlafe in seinen Armen ein und habe seinen Duft, seinen perfekten Duft in der Nase.

Freitag, 4. Mai 2012

RL: Glück 2

geschrieben von Rabea L.


2.

Ich wache auf. Mein Kopf tut höllisch weh. Ich sehe mich um und merke, dass ich in einer Art Krankenhaus bin, denke ich zumindest. Aber warum kann ich mich dann nicht bewegen? Ich hebe meinen Kopf an und da sehe ich es. Meine Hände, die eine ist verbunden worden, sind an das Bett gefesselt. Wer macht so was? Bin ich etwa im Irrenhaus? Ich, ein ganz normales 17 jähriges Mädchen? Ich fange an zu schreien. Einen einzigen, durchgehenden Ton. Die Tür geht auf und eine Schwester kommt rein. Sie lächelt nur und hält eine Spritze in der Hand. „Das wird dich erst mal beruhigen.“ Ich schaue sie panisch an, höre aber von selbst auf zu kreischen. „Ich benötige keine Medikamente um ruhig gestellt zu werden. Genauso wie ich nicht ans Bett gefesselt werden muss. Könnte ich bitte erfahren, was hier los ist?“ Die Schwester schaut mich ganz ruhig an und nickt sanft. „Gleich kommt ein Arzt.“ Nach diesen Worten verlässt sie einfach das Zimmer und lässt mich gefesselt allein. Ich fühle mich einsam und verlassen. Mein Blick wandert durch das sterile Zimmer und wandert zu meiner verletzen Hand. Mein Glück ist verloren und nun bin ich hier. Ich fange an zu weinen, ich kann gar nicht mehr damit aufhören. Wie kann ich nur ohne diese Kleinigkeit weiterleben? Die Tür öffnet sich wieder. Ein Mann im weißen Kittel tritt herein, kommt zu mir, schaut mich an, öffnet meine Fesseln. „Es tut mir Leid. Vorsichtsmaßnahmen. Geht es ihnen besser Frau...?“ Ich betrachte ihn mit feuchten Augen. „Sagen sie gefälligst du...und sie wissen bestimmt wie ich heiße!“ Er lächelt leicht. „Okay, sie wissen wo sie sind, nehme ich an, Raven? Sie hatten einen Nervenzusammenbruch und starke Stimmungsschwankungen. Sie sind auf Beobachtung hier zu ihrem Selbstschutz. Sie dürfen auf dem Gelände spazieren gehen und bekommen zu jeder Mahlzeit Medizin. Jeden zweiten Tag haben sie eine Einzelsitzung bei mir und jeden Tag ist Gruppentherapie. Wenn sie weitere Fragen haben, wenden sie sich an das Pflegepersonal oder an andere Patienten“ Er dreht sich einfach um und geht. Am liebsten hätte ich ihm mit irgendetwas beworfen. Ich und Stimmungsschwankungen? Der spinnt wohl? Da fällt mein Blick wieder auf meine verletzte Hand und sofort schießen mir Tränen in die Augen. Das verlorene Glück. Egal. Ich muss ohne es weiterleben. Scheiße. Meine Eltern denken jetzt, dass ich verrückt bin. Ich sollte sie anrufen und sie vom Gegenteil überzeugen. Obwohl, dass machen die Spinner doch immer. NEIN ICH BIN NICHT VERRÜCKT! GLAUBT MIR! Erst mal mit der Umgebung vertraut machen. Ich stehe auf und verlasse meine kleine Privatzelle. Ich komme in einen normalen Flur. Erinnert mich an – einer flog übers Kuckucksnest – überall Patienten, die mit sich zu reden scheinen. Aber irgendwie sind sie anders. Sie betrachten mich schüchtern und wenden sofort den Blick ab, wenn sie merken, dass ich ihren Augenkontakt erwidere. So geht es auf den anderen Gängen weiter. Nur ist da etwas. Ein Blick im Nacken. Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich verfolgt werde. Okay, hier dieses Gefühl zu bekommen dürfte nicht schwer sein. Ich drehe mich nach jeder Ecke um, um nachzusehen, ob da etwas ist, doch da ist niemand. Verrückt... Das Gelände ist auch nichts anderes als ein kleiner Sportplatz mit angeschlossenem Garten und wie soll es anders sein. Alles ist eingezäunt. Ich dachte, ich bin zu meinem Selbstschutz da. Kann ich hier raus, wenn ich will? Muss ich nachfragen, aber wohl eher nicht. Aber eigentlich hab ich nichts getan. Schon wieder dieses Gefühl beobachtet zu werden. Ich drehe mich um und da ist er. Er steht einfach nur da und starrt mich seelenruhig an. Ich kann es nicht fassen. Ich renne auf ihn zu und verpasse ihm eine. „Was soll der scheiß?“ Sein Blick ist immer noch ganz ruhig, sowie sein Atem. „Kannst du mir sagen, warum du mich so angaffst?“ Meine Wut staut sich nur so in mir. Meine Hand ballt sich zur Faust. Ich gehe noch einen Schritt auf ihn zu. „Was soll das?!“ Er zuckt mit den Schultern und streicht mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Seine Berührung durchzuckt mich wie ein Blitz. Sie kam so plötzlich und war so unerwartet sanft. Ich senke meinen Blick und schaue zu Boden. „Es tut mir Leid.“ Ich sehe nur wie er mir den Rücken zu wenden und verschwindet.

Ich bin an diesem Tag noch 3mal vor Wut ausgeflippt, habe 5mal geweint und 4 hysterische Lachkrämpfe gehabt. Ich bin zu Recht hier im Irrenhaus. Benebelt wegen der Medikamente und einsam. Aber ich denke an ihn. Ich habe niemanden nach ihm gefragt. Ich habe es nicht so mit dem Vertrauen.

Mittwoch, 2. Mai 2012

RL: Glück 1


geschrieben von Rabea L.

1.

Was ist das, was meine Aufmerksamkeit so unaufhörlich anzieht? Ich kann meinen Blick gar nicht mehr davon abwenden. Niemand außer mir scheint es zu bemerken, läuft daran vorbei, tritt darauf, als wäre es nichts wert. Wie kann man so etwas nur denken? Diese Banausen. Diese Welt heutzutage rennt nur so davon und keiner scheint mehr daran zu denken, wie schön die kleinen Dinge sind. Ich laufe nun direkt auf mein Lustobjekt zu, dem keiner Beachtung schenkt. Ich fange an wie verrückt zu grinsen. Ob mich die anderen für verrückt halten? Wobei, die anderen achten sowieso nur auf sich und haben ihre Scheuklappen auf. Ich gehe in die Knie und strecke meine Hand aus. Mein Grinsen wird immer breiter. Ich muss schon fast aufpassen, dass ich nicht anfange zu kichern, so sehr freue ich mich auf diese Kleinigkeit, die niemand für wichtig erachtet. Meine Finger zittern ganz leicht, weil sie wissen, dass sie gleich etwas ganz besonderes berühren werden, was sie nicht oft zu spüren bekommen. Ich beiße leicht auf meine Unterlippe, da ich die Freude noch etwas herauszögern will und dann hebe ich sie endlich auf. Diese kostbare Münze. Diese kleine Münze, die man höchstens einmal im Jahr findet und die einem unbeschreibliches Glück verschaffen soll. Ich halte den Glückscent ganz fest in meiner Hand und küsse die Finger, die den neuen Glücksbringer umschließen. Ich kann gar nicht mehr aufhören zu lachen und fange an wie wild auf und ab zu hüpfen, nachdem ich mich erhoben habe. Es ist mir egal, dass mich die anderen Menschen anstarren. Zu viel Abgedrehtheit ist wohl auch für diese sturen Zugpferde zu viel, dass sie anhalten und beschließen mich anzugaffen. Ich bin wohl interessant. Ein Teenager, in nicht ganz normalen Klamotten, der etwas vom Boden aufhebt und sich dann wie wild freut. Ich merke erst jetzt, dass man mich nicht belustigt anschaut. Die Gesichter in die ich blicke sind besorgt. Warum wohl? Ein paar Personen zücken ihre Mobiltelefone. Ich verstehe nichts mehr. Mein Lächeln verschwindet dennoch nicht aus meinem Gesicht. Ich habe immer noch meine Münze und das ist die Hauptsache. Ich verstehe zwar nicht, was hier gerade vor sich geht, aber es ist mir auch egal. Sie zeigen auf mich und tuscheln. Hmm. Ich schaue an mir herab. Auf einmal wird mir so einiges klar. Ich blute. Überall an mir hängt Blut. Ich bin voll davon. Diese wunderbare, tolle Kleinigkeit ist scharf und schneidet mir in die Hand. Ich halte sie wohl so fest, dass sie mir ins Fleisch geschnitten hat. Meine Euphorie hat das ganze überdeckt. Der Schmerz ist immer noch nicht schlimm. Er gefällt mir auf eine merkwürdige Weise. Ich lecke mir das Blut von meinem Arm und der metallene Geschmack macht mich wild. Ich fange an zu glucksen. Die Leute um mich herum schauen mich irritiert und eingeschüchtert an. Ich lächle sie an und nähere mich einem älter aussehendem Herren. „Na wollen sie auch mal probieren?“ Ich strecke ihm meine Hand hin. Die Glücksmünze ist mir mittlerweile egal. Mein Grinsen ist so breit, dass mir die Mundwinkel schmerzen. Der Mann weicht einen Schritt zurück, geht aber nicht ganz weg. Nett von ihm. Er versucht mich aufmunternd anzulächeln, hat aber zu große Angst. Ich bleibe stehen. Ich lege meine Kopf leicht schräg und funkle ihn mit meinen strahlenden Augen an. Auf einmal höre ich Sirenengeheule. Es kommt näher und näher, bis es seinen Standort behält. Die mich umgebene Menschenmasse scheint erleichtert zu sein, vor allem aber mein alter Herr. Er weicht noch einen Schritt nach hinten aus, als wüsste er, was gleich passiert.