Montag, 30. April 2012

CA: Von Glück zu Glück 4

geschrieben von CarinA

4. Kapitel

„Ich geh nur mal schnell eine rauchen!“, ruft Mark seinem Cousin Luca zu. Mark ist froh, ein wenig herauszukommen. Er war es langsam satt, den ganzen Tag gute Laune vorzuspielen, und das nur, weil sein Cousin heiratete. Natürlich freute er sich für das Brautpaar, doch war es im Moment für ihn nicht so leicht, sich für andere zu freuen. Er war so in Gedanken, dass er gar nicht bemerkte, wie er in der Tür fast mit einer jungen Frau zusammenstieß. Draußen angekommen zündete er sich seine Zigarette an und genoss den ersten Zug. Im Augenwinkel sah er, wie jemand näher kam. Mark sah sich um und blickte in die Augen der Braut. Er lächelte sie an: „Na, auch mal ein bisschen die Ruhe hier genießen?!“ Claire nickte. „Ja, und ein bisschen den Gedanken nachhängen…“ „Gedanken nachhängen? Hört sich ja nicht gerade nach einer glücklichen Braut an.“ Claire schüttelt den Kopf. „Nein, nein, ich bin schon glücklich. Aber meine Freundin hat gerade etwas gesagt, was mich nachdenklich gemacht hat.“ Mark schaut sie ein wenig irritiert an. „Was hat sie denn gesagt?“ Claire lächelt. „Sie sagte: Glück ist für mich, wenn du genau derjenige sein willst, der du bist und Momente einfach so wunderschön sind, dass du abends zum Fenster rausschaust, Sternschnuppen siehst und dir einfach nur wünscht, dass sie wieder kommen. So hab ich Glück noch nie gesehen. Für mich ist Glück, dass ich Luca getroffen habe oder solche Zufälle, bei denen man sagt: Oh, da hatte ich aber Glück! Aber das ist doch schön, wenn man auch einfach so sagen kann, dass man glücklich ist, auch wenn einem nichts sonderbares passiert ist, sondern man einfach nur man selbst ist, oder?“ Mark fängt an zu lachen. „Ach, in so was bin ich nicht gerade der richtige Ansprechpartner! Vor allem weil ich eh nie Glück habe!“ Claire schaut ihn irritiert an. „Aber wieso denn? Jeder Mensch hat doch einmal Glück!“ Mark schüttelt den Kopf. „Schau mich doch mal an. Ich bin doch sozusagen vom Pech verfolgt. Erst trennt sich meine Freundin von mir, dann verliere ich meinen Job. Als Folge muss ich mein schönes Auto verkaufen und auf ein billigeres umsteigen. Demnächst muss ich dann noch in eine kleinere Wohnung ziehen! Also unter Glück versteh ich wirklich was anderes!“ Claire blickt ihn schockiert an. „Von alldem wusste ich ja gar nichts, da hat Luca nichts davon erzählt!“ „Luca weiß auch noch nichts davon. Ich habe es bis jetzt noch niemanden erzählt.“ „Aber du hast doch bestimmt bald wieder Glück und kannst dann wieder glücklich sein!“ Die Braut lächelt ihn ermutigend an. Mark schmunzelt. „An das Glück glaub ich momentan nicht so. Aber wer sagt denn, dass ich nicht glücklich bin? So ab und an bin ich trotzdem noch glücklich, auch wenn ich kein Glück habe!“ „Aber wenn man kein Glück hat, dann kann man doch auch nicht glücklich sein, also ich zumindest nicht! Da muss man doch unglücklich sein.“ „Nö, unglücklich nicht! Das kann ich nicht sein!“ Claire blickt in den Sternenhimmel. „Ich weiß nicht, ob ich das könnte. Wenn ich mir mein jetziges Leben ohne Luca vorstelle – ich glaub, ich könnte nicht glücklich sein.“ „Doch, das könntest du schon. Wenn du ihn nie getroffen hättest, dann wüsstest du ja nicht, dass du noch glücklicher sein könntest. Ich glaube, dann wärst du trotzdem glücklich!“ Claire denkt einen Augenblick über Marks Worte nach. „Hm, ja vielleicht hast du Recht. Irgendwie kann bestimmt jeder Mensch glücklich sein.“ Mark nickt zustimmend. Plötzlich hören sie aus dem Saal jemanden rufen. Nach einigen Augenblicken kommt Lilly heraus und als sie die Braut erblickt, sieht sie erleichtert aus. „Da bist du ja. Ich such dich schon überall, ich dachte nicht, dass du immer noch hier draußen bist. Luca sucht dich schon. Du sollst zu ihm kommen, irgendwelche Gäste wollen sich verabschieden!“ Claire schaut Mark noch einmal an. „Ich drücke dir die Daumen, dass alles wieder so wird, wie du es dir wünscht. Und glaub mir: du wirst auch noch dein großes Glück finden!“ Sie lächelt ihn noch ein letztes Mal ermutigend an und verschwindet in Richtung Saal. Mark atmet tief durch, dreht sich um und lächelt Lilly an. Die beiden genießen noch einen kurzen Moment schweigend den Sternenhimmel, bevor sie gemeinsam zurück zur Hochzeitsfeier gehen….

Samstag, 28. April 2012

CA: Von Glück zu Glück 3


 geschrieben von CarinA

3. Kapitel

„Oh, ich freu mich ja so, wenn nur der ganze Stress nicht wäre!“ Claire und ihre Freundin Lilly stehen gemeinsam in einem Meer von Schokolade. Der Besuch des Schokoladenladens soll Claire helfen, sich von dem Stress der letzten Wochen zu erholen. Die Freundinnen gehen an zwei lachenden Frauen vorbei zum nächsten Regal. „Jetzt hast du es ja bald geschafft, Claire. In zwei Tagen bist du schon mit Luca verheiratet und der ganze Stress ist vergessen.“ „Ja, jetzt muss nur noch alles so klappen, wie ich es mir wünsche!“ „Das wird es, meine Süße. Du wirst sehen, die Hochzeit wird der schönste Tag in deinem ganzen Leben werden!“ Claire umarmt spontan ihre Freundin, die auch gleichzeitig ihre Trauzeugin ist. „Danke, du bist meine größte Hilfe!“ Zusammen gehen die beiden zur Kasse, bezahlen ihre Schokoladenschätze und machen sich auf dem Weg zu Claires und Lucas Wohnung.
Durch die letzten Vorbereitungen vergehen die Tage vor der Hochzeit wie im Flug. Am Tag der Hochzeit läuft alles wie nach Claires Plan und schon am Nachmittag kann das glückliche Brautpaar zusammen mit ihren Gästen den Saal betreten, den sie für die Feier gemietet haben. Auch hier läuft alles so, wie es sich die Braut gewünscht hat. Gegen Abend betritt dann Lilly die Bühne, die eigens für die Band aufgebaut wurde. Sie ergreift das Mikro und spricht zu dem Brautpaar: „So meine liebe Claire, lieber Luca, ihr habt es nun geschafft: ihr zwei seid jetzt Mann und Frau! Ich wünsche euch von Herzen alles Gute und hoffe, dass ihr immer so glücklich miteinander seid, wie ihr es im Moment seid! Als kleine Überraschung habe ich nun mit der Band ein kleines Stück einstudiert. Ich hoffe, dass ihr das, was ich singen werden, immer von euch sagen könnt!“ Nach dem Applaus aus der Menge beginnt die Band leise zu spielen und Lilly beginnt zu singen. „Ich will sagen: So soll es sein, so kann es bleiben, so hab ich es mir gewünscht. Alles passt perfekt zusammen, weil endlich alles stimmt und mein Herz gefangen nimmt!“ Als Lilly nach dem tosenden Applaus wieder von der Bühne geht, steht Claire schon am Rand mit Tränen in den Augen. „Ach Süße, das war so schön! Vielen, vielen Dank! Ich hab dich lieb!“ Die zwei umarmen sich. Gemeinsam gehen sie auf die Terrasse, um etwas frische Luft zu schnappen. „Claire, weißt du eigentlich, was für ein großes Glück du mit Luca hast? Er liebt dich über alles und macht alles für dich! Das ist so schön!“ Claire lächelt. „Ja, ich liebe ihn auch und bin so froh, dass ich ihn habe! Du findest schon auch noch dein Glück! Irgendwo da draußen läuft auch einer für dich herum!“ Die beiden lachen. „Weißt du, um glücklich zu sein, brauche ich nicht unbedingt einen Mann an meiner Seite. Glück ist für mich, wenn du genau derjenige sein willst, der du bist und Momente einfach so wunderschön sind, dass du abends zum Fenster rausschaust, Sternschnuppen siehst und dir einfach nur wünscht, dass sie wieder kommen.“ Die Freundinnen blicken hinauf zum Sternenhimmel. „Das hast du schön gesagt. Trotzdem hoffe ich für dich, dass du deine große Liebe bald findest – denn mit ihr sind diese Momente einfach noch viel schöner!“ Die beiden lächeln sich an. Nachdem sie einige Minuten den Sternenhimmel beobachtet haben, meint Lilly: „Ich gehe wieder rein, es wird langsam etwas kühl. Kommst du auch?“ Claire schüttelt den Kopf. „Nein, ich bleibe noch einen Augenblick, es ist gerade so schön, die Ruhe. Ich kommen aber gleich nach!“ Lilly umarmt ihre Freundin noch einmal und geht zur Tür. Dort muss sie einen kurzen Augenblick warten, um einen jungen Mann vorbeizulassen, der auf dem Weg nach draußen ist…

Mittwoch, 25. April 2012

CA: Von Glück zu Glück 2

geschrieben von CarinA

2. Kapitel

Lass uns doch noch in den kleinen Schokoladenladen gehen – etwas Schoki wird dir gut tun, Tessa!“ „Ach Pia, du bist süß. Du hast mir doch schon mit dem Wellnesstag in der Therme etwas geholfen, meinen Stress zu mindern!“ Die Frauen machen ihre Liegen für die zwei jungen Mädchen frei, die schon gefragt haben, ob diese frei werden. „Na und? Wir haben doch noch Zeit. Wenn Timo schon mal auf Amanda aufpasst, dann müssen wir das doch auch ausnutzen!“ Tatsächlich hatte Timo, Tessas Ehemann, an dem heutigen Tag sich einmal Zeit genommen, um sich um ihre gemeinsame Tochter Amanda zu kümmern. Häufig kam das nicht vor. Die meiste Zeit war er in seiner Firma und arbeitete. Tessa war so den ganzen Tag allein, musste den Haushalt schmeißen und gleichzeitig die ganze Zeit ein Auge auf Amanda haben. Ziemlich viel Stress für die Mutter. „Ich weiß, aber ich will ihn nicht so lange allein lassen. Er ist doch auch müde von der Arbeit.“ Pia schüttelt den Kopf. „Das schafft er schon. Außerdem, wenn du müde bist, kommt er doch auch nicht und hilft dir oder?“ „Nein, das nicht, aber…“ Pia fällt ihr ins Wort. „Nichts aber! Wir gehen jetzt noch in den Schokoladenladen und kaufen uns jede Menge Leckereien, das hilft dir doch immer bei dem Stress, oder? Das hast du doch mal gesagt!“ „Ja, also ich finde, Schokolade macht glücklich! – also mich zumindest! Da geht es mir immer gleich viel besser!“ Pia hakt sich bei ihrer Freundin ein und gemeinsam gehen sie zu dem kleinen Laden, der gleich in der Nähe der Therme ist. Tessa fühlt sich dort wie in einem Paradies. Sie kaufen eine Menge Schokolade und Tessa fängt auch gleich an zu naschen. Pia beobachtet ihre Freundin. „Na siehst du, wusste ich doch, dass dir das gefällt!“ Tessa grinst und nickt eifrig. „Ja, hier kann ich endlich mal den ganzen Stress hinter mir lassen und an nichts denken, außer an Schokolade.“ „Tessa, das solltest du öfters tun. Du machst dich sonst noch ganz kaputt mit dem ganzen Stress zu Hause.“ Schweigend gehen die beiden Frauen in das nächste Regal. „Du hast Recht, Pia. Ich darf mir das nicht weiter gefallen lassen. Ich bin zwar eine Frau – aber das heißt noch lange nicht, dass ich nur Hausfrau und Mutter sein muss. Wer sagt denn, dass ich nicht genauso gut wieder arbeiten gehen kann? Ein Kindermädchen findet sich bestimmt leicht für Amanda!“ Pia lächelt sie aufmunternd an. „Gute Einstellung! Es wird höchste Zeit, dass du wieder mal raus aus dem Haus kommst!“ Die Freundinnen genießen weiter den Duft und Geschmack der Schokolade und gehen von Regal zu Regal. „Ach, das war wirklich eine gute Idee hierher zu kommen Pia – jetzt geht es mir schon viel besser und ich freu mich einfach nur, meinen Mann und meine Kleine wieder in die Arme schließen zu können…und wer weiß, vielleicht schlage ich Timo wirklich vor, dass ich wieder halbtags arbeiten gehen könnte, während auf Amanda ein Kindermädchen aufpasst!“ „Ja, das solltest du ihm wirklich vorschlagen, dann würdest du wenigstens mal wieder mehr rauskommen!“ Sie gehen zum nächsten Regal und probieren weitere Pralinen. In der selben Reihe stehen schon zwei junge Frauen, die sich angeregt unterhalten, Pia und Tessa schnappen nur das Wort „Stress“ auf und fangen an zu lachen…

Sonntag, 22. April 2012

CA: Von Glück zu Glück 1

geschrieben von CarinA


Von Glück zu Glück

1. Kapitel

Sommer, Sonne, Strand und Meer – und das eine ganze Woche lang! „Ich kann es immer noch nicht glauben, nach all dem Stress zu Hause, endlich mal Zeit für uns! Keine stressigen Arbeitstage, keine nervigen Männer…nur wir Mädels!“ Cassandra schließt einen Augenblick die Augen und träumt schon von den gemeinsamen Urlaubstagen. Ihre Freundin Stella sitzt neben ihr und sieht aus dem Fenster. „Fliegen ist doch das Schönste, was es gibt! Du kannst alles hinter dir lassen und fliegst einfach davon!“ Cassandra lächelt. „Ja und sobald wir auf Malta sind, vergessen wir alles, was daheim ist und genießen unseren Urlaub, ok?“ Stella nickt begeistert. „Na klar!“ Sie blickt in die Ferne und beginnt zu grinsen. „Na mal schauen, wie es denn so mit den Männern auf Malta steht. Ich hoffe, da sind ein paar Gute dabei!“ Cassandra schüttelt leicht angewidert den Kopf. „Oh Gott, lass mich bloß mit Männern in Ruhe! Von denen hab ich im Moment echt die Schnauze voll. Du hast ja gesehen, in welche Katastrophen ich geraten bin – und das alles nur wegen diesen Typen. Außerdem dachte ich, dass es ein reiner Mädelsurlaub wird – also keinerlei männliche Wesen?!“ Stella seufzt. „Nur weil deine letzten zwei Typen solche Arschlöcher waren, heißt es doch nicht, dass alle Männer solche Deppen sind. Natürlich ist das ein Mädelsurlaub, aber man wird ja wohl noch seinen Spaß haben dürfen oder?“ Ihre Freundin sieht sie an und lenkt ein. „Wir werden dann ja sehen. Aber nun lass uns nicht streiten, wir wollen doch diese Woche entspannen und nicht gleich zu Beginn uns zoffen oder?“ Stella nickt und blickt wieder aus dem Fenster.
Nach gut überstandenen Flug kommen die Beiden etwas erschöpft an ihrem Hotel an. Sie beziehen ihre Zimmer, ruhen sich noch ein wenig aus und treffen sich anschließend beim Abendessen. „Wow, also mein Ausblick vom Balkon aus ist der Hammer!“, schwärmt Stella. Cassandra stimmt ihrer Freundin zu und erzählt ebenfalls, wie toll das Hotelzimmer ist. Doch plötzlich schaut Stella nur noch an Cassandra vorbei und hört ihr scheinbar nicht mehr zu. „Hallo? Erde an Stella? Was ist denn los?“ Stella schüttelt kurz den Kopf und blickt ihre Freundin wieder an. „Cassie, hast du den gerade gesehen?“ Cassandra dreht sich um, sieht jedoch nur den Kellner. „Du meinst doch nicht etwa diesen Kellner? Also Stella, der sieht doch total schmierig aus!“ Empört schaut Stella sie an. „Also wirklich, würdest du mir so einen schlechten Geschmack zutrauen? Nein, ich meinte den Typen, der gerade zur Tür rausgegangen ist! Der war echt der Wahnsinn!“ Cassandra schüttelt ungläubig den Kopf. „Wie soll ich den denn bitte sehen?? Ich sitze mit dem Rücken zur Tür, falls du das noch nicht bemerkt hast!“ Die Freundinnen fangen an zu lachen.
Nach dem Essen gehen die zwei nur noch an die Bar, um den Tag gemütlich bei einem Cocktail zu beenden. Sie sitzen keine fünf Minuten dort, schon hat Stella wieder diesen durchdringenden Blick, wie schon zuvor beim gemeinsamen Abendessen. Cassandra seufzt. „Wo ist der Typ jetzt schon wieder hingegangen?“ Stella blickt verwundert auf. „Woher…? Naja ist ja auch egal, er ist nirgends hingegangen. Er kommt direkt auf uns zu!“ Überrascht sieht Cassandra sie an. Siehe da, keine zehn Sekunden später kommt an gutaussehender, junger Mann an die Bar und bestellt zwei Bier. Er zahlt, nimmt seine Getränke und geht wieder. Stella blickt ihm gedankenverloren hinterher. „Hm, also der ist schon echt wahnsinnig hübsch. Sowas hab ich ja noch nie gesehen. Cassie, du musst mir helfen – der ist echt mein Traumtyp!“ Stellas Freundin lacht. „Ach Süße, das hast du schon bei so vielen gesagt – und nie warst du länger als ein halbes Jahr mit ihnen zusammen. Wieso sollte es dann gerade der sein?“ „Ich merk das einfach. Wenn es mit ihm nicht klappt, dann funktioniert es mit keinem!“ Nachdem sie einmal tief durchgeatmet hat, willigt Cassie schließlich ein. „Na gut, schmeißen wir den Mädelsurlaub über Bord und erobern dafür diesen Mann!“ Sie stoßen gemeinsam mit ihren Cocktails an. „Du musst aber auch noch einen finden – dann wirst du wenigstens mal wieder glücklich!“ Cassandra schüttelt den Kopf. „Was hat das damit zu tun, ob ich glücklich bin oder nicht? Glück ist für mich, Freunde zu haben, Lachen zu können, gesund zu sein, jemandem zu helfen und sich dann freuen zu können, wenn es etwas gebracht hat... oder ein Moment, an dem du dir denkst, das alles perfekt ist in deinem Leben und es nicht besser laufen könnte. Wozu brauche ich da einen Mann?“ „Ach, wenn der Richtige vor dir steht, dann wirst du schon merken, dass ein Mann im Leben schon wichtig sein kann!“ Cassie winkt ab und kommt auf den nächsten Tag zu sprechen, wodurch Stella dieses Thema schnell vergisst. Ein paar Minuten später kommt ein junger Mann an die Bar und bestellt zwei  Getränke. Die zwei Mädels bekommen dies nicht mit, da sie in ihrer Tagesplanung für den nächsten Tag tief versunken sind. Der Mann blickt sie an und räuspert sich hörbar. „Entschuldigung wenn ich störe, aber ich habe gehört, wie sie sich auf deutsch unterhalten. Sind die zwei Damen etwa auch aus Deutschland?“ Stella nickt eifrig. „Ja, Sie etwa auch? Das ist ja ein Zufall!“ „Jep, wir hätten nicht gedacht, dass wir hier so schnell Deutsche finden. Ich bin nämlich zusammen mit meinem Kumpel hier, der sitzt dort hinten!“ Er zeigt in die Richtung, in die der hübsche Kerl von vorhin gegangen ist. Stellas Augen folgen seinem Finger und ihre Mundwinkel gehen nach oben. „Ich bin übrigens Manuel!“ „Ich bin Stella, und das ist meine Freundin Cassandra!“ Die drei schütteln einander die Hände. „Wollt ihr nicht zu uns an den Tisch kommen – wir hätten noch Platz!?“ „Natürlich, gerne!“ Die Freundinnen folgen Manuel. Manuel stellt die beiden seinem Freund Chris vor. Keine zwei Stunden später sitzen die vier lachend zusammen und unterhalten sich bestens. Zwischen Stella und Chris hat es natürlich sofort gefunkt. Nach einer Weile stehen die beiden auf und verkünden, noch einen Spaziergang am Strand zu unternehmen. Kurz darauf sind sie auch schon verschwunden. Manuel lacht. „Na toll, eigentlich wollten wir einen reinen Männerurlaub machen, und schon am ersten Abend lässt Chris mich im Stich.“ Cassie lacht ebenfalls. „Ja, das dachte ich auch. Ich wollte auch einen schönen Mädelsurlaub haben, aber da macht mir Stella wohl einen Strich durch die Rechnung.“ Manuel sieht ihr tief in die Augen. „Wobei ich es ja nicht schlimm finde, dass wir euch kennen gelernt haben…“ Die zwei sehen sich lange an. Schließlich meint Cassie: „Nein, mittlerweile find ich es auch nicht mehr schlimm, dass unser Mädelsurlaub ins Wasser fallen wird…“
Als Stella und Chris von ihrem Spaziergang Hand in Hand zurück kommen, sitzen auch Cassie und Manuel schon eng beieinander. Stella und Chris grinsen. „Na, das wird ja dann wohl nichts mit dem Männerurlaub, oder Manu?“ Alle vier lachen und genießen ab diesem Abend eine gemeinsame Woche auf der Insel.
Um den eigentlich geplanten Mädelsurlaub noch schön zu beenden, gehen die zwei Freundinnen am Tag nach der Rückkunft in eine Therme ohne ihre Männer. „Siehst du Cassie, du hättest wahrscheinlich nie im Leben gedacht, dass du im Urlaub deinen Traummann finden würdest oder?“ Cassie lächelt bei den Gedanken an Manuel. „Nein, das hätte ich wirklich nie gedacht!“ Derweil suchen die Freundinnen zwei freie Liegen. Sie sehen zwei Frauen, die gerade am aufbrechen sind. „Entschuldigung, werden die Liegen jetzt frei?“ Eine der beiden Frauen antwortet: „Ja, wir sind gerade am Gehen!“ …

Mittwoch, 18. April 2012

CA: Das Glück in meinen Armen 6

geschrieben von CarinA

6. Kapitel

Zusammen, ja zusammen schafften wir wirklich alles. Marco ging es immer besser und sobald er aus der Klinik entlassen wurde, machten wir uns auf den Weg zu meiner Mutter. Als sie die Tür öffnete, war sie zunächst etwas irritiert, doch im nächsten Augenblick nahm sie mich schon in den Arm und fing an zu weinen. Wir redeten uns aus und am Ende dieses Tages konnte sie sich auch an den Gedanken gewöhnen, dass sie in nicht allzu ferner Zukunft Oma sein würde.
Alles war nahezu perfekt. Marco und ich zogen in eine schöne Wohnung, die in der Nähe von meiner Mutter und auch meiner Schule war, jedoch auch nicht allzu weit entfernt von seiner Arbeitsstelle. Mein Abi konnte ich nachholen, sobald unser Baby auf der Welt sein würde und ich mich auch bereit dazu fühlen würde. Nach seiner vollständigen Genesung konnte dann Marco wieder arbeiten gehen, während ich versuchte mich etwas zu schonen, da der Geburtstermin immer näher rückte. Ich verbrachte viel Zeit bei meiner Mutter, die mich wieder tatkräftig unterstützte.
Und dann war auch schon der große Tag gekommen. Schon früh am Morgen erwachte ich mit starken Schmerzen. Es war eindeutig: die Wehen hatten eingesetzt. Marco packte schleunigst meine Tasche mit den nötigen Sachen zusammen, und kurze Zeit später fuhren wir in das nächste Krankenhaus. Unterwegs riefen wir noch bei meiner Mutter und seinen Eltern an, um Bescheid zu sagen, dass wir schon auf dem Weg in die Klinik wären.
Schlussendlich lag ich dann noch weitere 7 Stunden in den Wehen. Marco war stets an meiner Seite und litt mit mir. Es erreichte uns unterdessen schon die Nachricht, dass unsere Mütter beide vor dem Kreissaal warteten. Am frühen Nachmittag war es dann endlich soweit: der erste Schrei unseres Babys ertönte im Kreissaal. Der Doktor verkündete: „Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Mädchen!“ Glücklich schnitt Marco die Nabelschnur auseinander, bevor die Hebamme mir dann unsere Tochter in die Arme legte. Sie war wunderschön und auch Marco betrachtete uns überglücklich. Am Abend, als dann alle Untersuchungen vorüber waren, standen sowohl Marco als auch unsere beiden Mütter um mein Bett herum, in dem ich mit unserer Tochter im Arm lag. Meine Mutter stellte die Frage, die die beiden Großmütter interessierte: „Wie soll sie denn überhaupt heißen?“ Marco lächelte mich an und ich sagte: „Wir haben uns für den Namen Mia entschieden!“ Die stolzen Omas grinsten uns an und sagten fast gleichzeitig: „Das ist aber ein schöner Name!“ Wir mussten alle lachen.
Später, als unsere Mamas gegangen waren, lagen wir zusammen in meinem Bett und ich hielt Mia immer noch in meinem Arm. Stolz schaute Marco unsere gemeinsame Tochter an. „Ich bin so glücklich wie noch nie. Ich liebe euch, meine zwei Süßen!“ Zärtlich gab er zuerst Mia und dann mir einen Kuss. Auch ich war überglücklich und stolz. „Weißt du, als ich noch klein war, habe ich meine Mutter mal gefragt, was denn Liebe sei. Und weißt du, was sie darauf geantwortet hat?“ Marco schüttelte den Kopf und lächelte. „Nein, was hat sie denn geantwortet?“ „Liebe ist, wenn man ganz großes Glück hat und eine besondere Person trifft! Damals verstand ich sie noch nicht so ganz, aber jetzt weiß ich ganz genau was sie damit meinte. Wenn ich nun dich sehe, und vor allem auch unsere Tochter in meinem Arm, dann weiß ich, dass ich trotz allen Schicksalsschlägen und Problemen, die wir hatten, das größte Glück auf Erden hatte. Ich habe eine ganz besondere Person getroffen, nämlich dich und zusammen haben wir jetzt eine wundervolle, süße Tochter, auf die ich unendlich stolz bin. Ich liebe dich und Mia über alles!“ Er umarmte uns und ich wusste, ich konnte in eine wundervolle Zukunft mit Marco und Mia schauen….

Montag, 16. April 2012

CA: Das Glück in meinen Armen 5

geschrieben von CarinA


5. Kapitel

Sie ließ mich wirklich allein. Wenn ich heute dorthin zurückdenke, dann kann ich sie mittlerweile ein kleines bisschen verstehen. Doch damals brach für mich eine Welt zusammen. Ich hoffte, dass sie schon am nächsten Tag wieder zu mir kommen würde, um sich zu entschuldigen, doch das tat sie nicht. Ich wartete drei Woche lang und jeden Tag, wenn jemand an meiner Tür klopfte, machte mein Herz einen kleinen Sprung in der Hoffnung, dass meine Mutter vor der Tür stand. Auch in Hinblick auf Marco gab es keine Besserung seines Zustandes, doch zum Glück auch keine Verschlechterung, was mich immer noch hoffen ließ.
Nach weiteren 4 Monaten hatte sich meine Mutter immer noch nicht gemeldet, doch das war mir zu diesem Zeitpunkt schon mehr oder weniger egal. Sie hatte mich im Stich gelassen, doch damit konnte ich mittlerweile leben. Mir war es immer noch möglich in der Klinik zu schlafen und sonst saß ich die meiste Zeit an Marcos Bett. Meine Schwangerschaft konnte man mir auch schon langsam ansehen und ich war richtig stolz darauf. Seit ein paar Tagen konnten die Ärzte eine leichte Verbesserung von Marcos Zustand wahrnehmen, was in mir wieder etwas mehr Hoffnung hervorbrachte. Eine weitere Woche später hatte mein Hoffen und mein Warten dann endlich ein Ende…
Es war ein Sonntagmorgen. Die Sonne blinzelte durch den Vorhang und ich war gerade erst am Aufwachen, als eine Schwester in mein Zimmer platzte. „Schnell, kommen Sie!“ Mein erster Gedanke war natürlich sofort „Oh nein, es muss etwas mit Marco sein!“, und ich geriet sofort ein bisschen in Panik. „Was ist denn passiert? Wohin soll ich kommen?“ „Ich weiß es nicht. Der Doktor hat mich geschickt, sie sollen sofort zu ihrem Freund kommen!“ In Windeseile zog ich mich an und rannte sofort dorthin. Doch dort, wo Marco die letzten Monate lag, fand ich nur ein leeres Zimmer vor, indem eine andere Schwester das Bett frisch bezog. Ich schluchzte auf, denn ich war der Meinung ihn für immer verloren zu haben. Da fasste mich ein Hand an meiner Schulter. Mit Tränen in den Augen drehte ich mich um und blickte in die Augen des Arztes. „Ah, da sind sie ja schon. Hat ihnen die Schwester also Bescheid gesagt?!“ Immer mehr Tränen liefen an meiner Wange herunter und so brachte ich kein Wort heraus. Der Doktor schaute mich verwundert an. „Was ist denn los? Sollten sie nicht überglücklich sein, dass Marco wieder bei vollem Bewusstsein ist? Wieso weinen sie denn? Beruhigen sie sich erst einmal!“ Jetzt war ich es, die ihn mit großer Verwunderung anstarrte. „Wie, bei vollem Bewusstsein? Aber ich, ich dachte, er ist…weil er doch nicht mehr hier…“ Mehr bekam ich nicht heraus, da mir immer noch unaufhörlich die Tränen hinunterpurzelten. Da verstand der Arzt. „Ich dachte, die Schwester hat ihnen gesagt, dass wir Marco vorhin aus dem Koma holen konnten?! Deswegen habe ich sie doch gleich holen lassen.“ Doch ich schüttelte den Kopf. „Nein, sie hat mir nur gesagt, dass ich schnell zu Marco kommen soll, sie wusste nicht warum.“ Man sah ihm an, dass es ihm unendlich leid tat, mir so einen Schrecken einzujagen. „Oh je, das tut mir leid. Dann hatte ich mich wohl nicht deutlich genug ausgedrückt.“ Er reichte mir ein Taschentuch, damit ich meine Tränen abwischen konnte. Als ich das getan hatte, lächelte ich ihn wieder an. „Wo ist er denn nun? Kann ich schon zu ihm?“ Auf diese Frage hatte er anscheinend nur gewartet, denn sofort nahm er meine Hand und zog mich regelrecht hinter sich her. Als wir vor einem Zimmer stehen blieben, kam gerade eine Schwester heraus. „Wie geht es ihm?“, fragte der Arzt. „Schon sehr viel besser. Außerdem hat er nach seiner Freundin gefragt. Wissen Sie, wo die sein könnte?“ Er lächelte mich an. „Ja, sie steht genau hier.“ Mit diesen Worten zeigte er auf mich. Mein Herz machte einen kleinen Sprung. Er hatte nach mir gefragt, das war doch schon mal eine erfreuliche Nachricht. Der Doktor deutete auf die Tür. „Na Lara, willst du nicht reingehen?“ Ich nickte heftig. „Doch natürlich will ich!“ Er klopfte kurz an der Tür und öffnete sie mir auch gleich. Langsam betrat ich den Raum. Ich traute mich gar nicht ihn anzuschauen. Dann hörte ich seine Stimme. „Lara!“ Es war nur mein Name, doch trotzdem wusste ich, dass nun alles gut werden würde. Also trat ich an sein Bett und schaute ihn zum ersten Mal wieder in die Augen. Man sah ihm an, dass er noch Schmerzen hatte, doch er versuchte mich schon wieder anzulächeln. „Wie geht es dir?“, fragte er mich. Ich lächelte. „Jetzt geht es mir wieder hervorragend!“ „Es tut mir so leid…“, versuchte er sich zu entschuldigen, doch ich unterbrach ihn. „Dir muss gar nichts leid tun, dich trifft überhaupt keine Schuld!“ Dann kam der Moment, vor dem ich noch am meisten Angst hatte. Marco blickte langsam an mir herab, sein Blick blieb jedoch auf der Höhe meines mittlerweile schon deutlich zu sehenden Babybauches hängen. Fragend blickte er mich an. „Ist das…?“ „Ja Marco, ja das ist unser Baby!“ Es war mucksmäuschenstill in diesem Moment, meine Hände fingen an zu zittern, da ich sehr große Angst davor hatte, was er nun sagen würde. Wieder traute ich mich nicht, ihn anzusehen. Da spürte ich, wie er meine Hand nahm. Ich blickte wieder zu ihm und sah, wie eine Träne auf seiner Wange herunterlief. „Dann, dann werde ich Papa?“ Auch mir stand schon das Wasser in den Augen, während ich nickte. „Ja, du wirst bald Papa werden.“ Er zog mich zu sich her und umarmte mich, während immer mehr Tränen an unseren Wangen herunterliefen. Ich war glücklich. Alles würde wieder gut werden, auch wenn meine Mutter sich immer noch in Schweigen hüllte, obwohl ich ihr schon ab und an eine SMS geschrieben hatte. Eine Stunde später konnte es Marco dann immer noch nicht so ganz fassen, was hier gerade ablief. Ich hatte ihm von dem Streit und den Problemen mit meiner Mutter erzählt und alles andere, was in den letzten Monaten so alles passiert war. Doch wir wussten, zusammen würden wir das schaffen.

Samstag, 14. April 2012

CA: Das Glück in meinen Armen 4

geschrieben von CarinA


4. Kapitel

Also wartete ich die nächsten Tage ab. Doch auch nach einer Woche lag Marco immer noch im Koma. Ich war mittlerweile schon wieder halbwegs auf den Beinen. Ich sollte noch einen Tag zur Beobachtung bleiben, doch dann, so sagte es mir der Arzt, konnte ich wieder nach Hause. Ich musste zwar mit Krücken laufen, doch das sollte kein Problem darstellen. Doch ich freute mich ganz und gar nicht auf meine Entlassung. Meine Mutter verstand mich einfach nicht. „Ich weiß gar nicht was du hast. Sei doch froh, dass du endlich wieder nach Hause kannst und nicht immer nur hier in der Klinik sein musst!“ „Mama, du weißt ganz genau, dass ich nach meiner Entlassung nicht jeden Tag bei Marco sein kann. Du müsstest mich jeden Tag hierher fahren!“ Sie schüttelte den Kopf. „Aber das kann ich nicht. Ich muss doch auch arbeiten!“ Ich nickte. „Ich weiß, und genau deswegen werde ich mich hier in der Klinik mal erkundigen, ob ich eine Möglichkeit habe, solange Marco hier ist, auch hier zu schlafen!“ Sie zuckte erschrocken zusammen. „Aber Schatz, das kannst du mir doch nicht antun. Ich habe mich so gefreut, als ich erfahren habe, dass du morgen schon wieder zu mir nach Hause kommen darfst!“ Aber sie konnte meine Entscheidung nicht ins Wanken bringen. Ich machte mich auch sofort auf den Weg und fragte mich soweit durch, bis ich endlich bei meinem Arzt landete. Er seufzte, als ich ihm mein Vorhaben nahe brachte. „Ach Lara, so etwas habe ich mir schon gedacht. Ich werde mich mal schlau machen, ob irgendein Bett im Moment zur Verfügung steht.“
Am folgenden Tag räumte ich auch schon meine Sachen in ein anderes Zimmer, in das ich verlegt wurde, sodass ich die ganze Zeit bei Marco bleiben konnte. Das tat ich auch. Ich wich nur von seiner Seite, wenn es unbedingt sein musste. Am Wochenende kam dann auch meine Mutter immer vorbei, doch sie verlor nie wieder ein Wort darüber, wann ich denn vorhatte, wieder nach Hause zu kommen. Ich hatte ihr klipp und klar zu verstehen gegeben, dass ich erst die Klinik wieder verlassen würde, wenn es Marco wieder besser gehen würde.
Nach drei Wochen war sein Zustand immer noch nicht stabiler geworden. Ich wachte immer noch Tag für Tag an seinem Bett. Doch an diesem Samstagmittag ging es auch mir nicht gut. Ich kämpfte schon den ganzen Morgen immer mal wieder mit Übelkeit, konnte mir aber nicht erklären, woher diese kam. Ich aß zwar immer regelmäßig, doch nicht wirklich ausgiebig. Am Mittag kam der Doktor zu Marco, um zu schauen, ob sich etwas verändert hatte und sah mich nachdenklich an. „Na Lara, dir scheint es aber heute nicht gut zu gehen. Du bist ja ganz blass!“ „Mir geht es auch nicht wirklich gut. Mir ist seit heute morgen immer mal wieder übel!“ Er schaute mich genauer an. „Mir wäre es wohler, wenn du dich jetzt kurz durchchecken lassen würdest, nicht dass es irgendwelche späteren Folgen von dem Unfall sind!“ Da ich nicht wirklich erfreut ihn anschaute, holte er sogleich eine Krankenschwester, die mich dann in ein Untersuchungszimmer brachte. Ein paar Minuten später erschien auch der Doktor selber. „Ich habe gerade Zeit, da kann ich dich gleich selber untersuchen!“ Ich lächelte ihm kurz zu. Er tastete meinen Bauch ab, hörte danach aber sofort mit der Untersuchung auf. „Sag mal Lara, wann hattest du denn das letzte Mal deine Periode?“ Ich überlegte lange, da ich mich nicht mehr daran erinnern konnte. „Ähm, das müsste noch vor dem Unfall gewesen sein, hier in der Klinik hatte ich sie nicht…“ Er schaute mich skeptisch an. „Aber der Unfall ist doch jetzt schon knapp 5 Wochen her.“ Ich schluckte schwer und rechnete selber nach. Der Unfall lag tatsächlich schon fast 5 Wochen zurück, und meine letzte Periode musste also schon mehr als 5 Wochen zurückliegen. Ich starrte ihn erschrocken an. „Sie meinen doch nicht…“ Aber er nickte. „Doch Lara, ich bin eigentlich davon überzeugt, dass du schwanger bist!“ „Nein, nein das kann gar nicht sein! Sie müssen sich irren!“ Doch er schüttelte den Kopf. „Ich werde dich gleich mal in der Gynäkologie anmelden, dort sollen die dich noch mal richtig untersuchen, aber ich bin mir eigentlich ziemlich sicher. Alle Symptome sprechen dafür.“ Ich hörte ihm schon gar nicht mehr richtig zu. Wie konnte das sein? Aber die größte Frage war: Wie sollte ich das schaffen? Die Ärzte wussten immer noch nicht, ob es Marco überhaupt schaffen würde. Meine Mutter würde nie noch einmal zu arbeiten aufhören, um mein Kind groß zu ziehen. Doch ich konnte und wollte nicht einfach die Schule abbrechen. Tausende von Fragen schwirrten in meinem Kopf, doch ich fand keine Antwort. Die nächsten Stunden bekam ich nicht einmal richtig mit, ich war so geschockt und versuchte eine Lösung zu finden, doch ich fand sie nicht.
Die folgenden Tage war ich nicht ansprechbar. Auch als meine Mutter wieder in die Klinik kam, sprach ich kein Wort. Dem Anschein nach, hatte ihr der Doktor schon die Nachricht meiner Schwangerschaft überbracht, denn sie sprach andauernd von „Das wird schon wieder!“ oder „Wir schaffen das schon!“. Ich wusste zwar nicht, wie wir das schaffen sollten, doch ich brachte es auch nicht über mich, sie nach einer Lösung zu fragen. Da meine Mutter trotzdem arbeiten musste, war ich am nächsten Tag wieder allein. Ich ging wie gewöhnlich zu Marco und saß die ganze Zeit an seinem Bett. Es gingen mir alle möglichen Gedanken durch den Kopf. Was mache ich, wenn Marco wirklich nicht mehr aufwachen sollte? Ich als alleinerziehende junge Mutter? Wer sollte das alles bezahlen? Windeln, Babyklamotten, und alles was man nun mal für ein Kind braucht? Ich ging ja noch zur Schule. Aber eins kam mir nie in Sinn, nämlich das Baby gar nicht erst zu bekommen. In meiner Situation wäre eine Abtreibung durchaus möglich. Doch das konnte ich nicht über mich bringen. Es war schließlich ein Teil von mir und Marco zusammen. Ich wusste nicht, wie ich es schaffen sollte, doch ich wusste in diesem Moment schon eins: ich liebte dieses Kind in mir schon zu diesem Zeitpunkt und nichts auf der Welt würde mich dazu bringen, mein Baby abzutreiben.
Doch meine Mutter dachte in dieser Hinsicht mal wieder komplett anders als ich und kam am folgenden Wochenende mit einem Haufen Papierkram zu mir. Sie erkundigte sich wie immer nach Marcos Zustand, kam dann aber gleich zu dem nächsten Thema, dass sie belastete. „Schatz, schau mal was ich hier alles mitgebracht habe. Du musst die Sachen nur noch ausfüllen, und dann sollte es kein Problem mehr sein. Du wirst so schnell wie möglich einen Termin bekommen, wenn es gut läuft, wird es vielleicht sogar hier in der Klinik gemacht!“ Ich schaute sie verwirrt an. „Wovon redest du?“ Als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt, sagte sie: „Na von der Abtreibung! Wir sind uns ja wohl einig, dass dir ein Kind im Moment gar nicht in den Kram passt. Wir wissen nicht, wie es mit Marco weitergeht, außerdem gehst du noch zur Schule und ich muss arbeiten. Zeit und vor allem auch Geld haben wir für ein Baby nun wirklich nicht!“ Meine Augen weiteten sich vor Schreck und ich starrte meine Mutter an. Währendessen blätterte sie schon in den Abtreibungsunterlagen und erklärte mir schon, wie alles ablaufen würde. Als sie mir dann einen Kugelschreiber gab, mit den Worten „Du musst nur noch hier unterschreiben, dann wird alles wieder gut!“, und auf eine Stelle deutete, wo ich unterschreiben sollte, platzte mir der Kragen. „Wer sagt denn überhaupt, dass ich mein Baby abtreiben will? Nur weil es dir nicht in den Kram passt, kannst du doch nicht einfach so ein Leben wegwerfen! Dieses Kind“, und ich deutete auf meinen Bauch, „ist ein Teil von mir und Marco, und ich werde den Teufel tun und unser gemeinsames Baby töten!“ Einen kurzen Augenblick war meine Mutter sprachlos, doch sie fasste sich sehr schnell wieder und schüttelte daraufhin den Kopf. „Wie willst du das anstellen? Marco liegt im Koma, die Ärzte können immer noch nicht sagen, ob er überhaupt überlebt, geschweige denn, ob er dieses Kind überhaupt will! Was ist, wenn er wieder aufwacht und er mit der Situation total überfordert ist und das Baby gar nicht will? Dann stehst du alleine da, ohne Geld, ohne Hilfe, ohne alles!! Damit dir eins klar ist: Ich werde meine Arbeit nicht aufgeben, um für dein Kind zu sorgen! Schau mal Schatz“, sie setzte sich näher zu mir und nahm meine Hand, „du bist doch selber fast noch ein Kind. Wie willst du denn da selber ein Kind großziehen? Du hast keine Garantie, ob Marco auch schon ein Kind möchte, oder ob er überhaupt wieder aus dem Koma erwacht. Und, so leid es mir auch tut, mir gefällt meine Arbeit wirklich und ich möchte sie nicht wegen deinem Kind auf das Spiel setzen, also auf meine Hilfe brauchst du gar nicht erst bauen.“ Ich entriss ihr meine Hand. „Dann geh doch, wenn du mich nicht mehr haben willst. Außerdem, rede nicht immer so abwertend über Marco, du kennst ihn doch gar nicht richtig. Er würde mich nie im Leben im Stich lassen!!“ Wir schrieen uns immer mehr an, bis die Situation dann erst richtig eskalierte. Meine Mutter warf mir vor, stur zu sein, mein Leben gerade wegzuwerfen und viele andere böse Sachen. Doch auch ich schrie ihr entgegen, dass sie mein Baby töten wolle und andere Dinge. Mit den Worten „Solange du dieses Kind behältst, brauchst du gar nicht mehr bei mir auftauchen! Schau doch selber, wie du es schaffst, ohne Geld und Mann ein Kind auf die Welt zu bringen und anschließend großzuziehen!“ packte sie die Unterlagen und ging rasch aus meinem Zimmer.

Dienstag, 10. April 2012

CA: Das Glück in meinen Armen 3

geschrieben von CarinA


3. Kapitel

So vergingen tatsächlich einige Wochen ohne das meine Mutter sich über Marco und mich beschwerte. Wir sahen uns, so oft es uns möglich war und wurden immer mehr zu einer Einheit. Marco konnte nicht ohne mich und ich konnte auf keinen Fall ohne Marco. In den Ferien blieb ich fast die ganze Zeit bei ihm in München, obwohl meine Mutter oft jammerte, dass sie mich gar nicht mehr zu Gesicht bekam. Es verging ein Jahr, ein Jahr voller Glück und Liebe. Doch das sollte mir von einer Sekunde auf die andere wieder genommen werden…
Okay meine Süße, ich habe jetzt drei Wochen Urlaub. Was wollen wir in den drei Wochen so alles anstellen?“, fragte mich Marco zu Beginn der Sommerferien. Ich grinste ihn an. „Ach, ich weiß nicht. Was würde denn der Herr so vorschlagen?“ Er überlegte eine Weile und schließlich bekam ich seine Antwort. „Was hältst du davon, wenn wir noch heute unsere Sachen packen und morgen zu meinem Vater nach Wien fahren und uns dort für ein oder zwei Wochen einquartieren?“ Er schaute mich fragend an. „Ist das dein Ernst? Wir wollen wegfahren? Was sagt denn dein Dad dazu, ist er überhaupt damit einverstanden, dass wir einfach so bei ihm wohnen würden?“ Ich freute mich zwar über diesen Vorschlag, doch mit der Planung war ich noch nicht so ganz einverstanden. „Ach, das habe ich doch schon längst alles abgeklärt. Er würde sich freuen uns zwei mal wieder eine Weile bei sich zu haben!“ Natürlich wollte ich auch zu Marcos Vater, denn ich mochte ihn. Silvester hatten wir bei ihm zuhause in Wien verbracht und schon da ist er mir sehr ans Herz gewachsen. Nach einer Weile gab ich mich dann doch geschlagen. „Na gut, dann lass uns nach Wien fahren. Aber ich muss meiner Mutter zumindest Bescheid sagen, dass sie weiß, dass wir nicht in München sind!“ Da es schon spät am Abend war und wir schnellstmöglich packen wollten, rief ich sofort meine Mama an und erklärte ihr kurz, wo wir uns die nächsten zwei Wochen aufhielten. „Okay mein Schatz, danke, dass du mir Bescheid gesagt hast. Dann wünsch ich euch viel Spaß in Wien, und pass auf dich auf!“ Ich verdrehte die Augen. „Ja Mama, mir passiert schon nichts, keine Sorge!“ Wir verabschiedeten uns und ich ging zu Marco und half ihm beim packen. Als wir alles Nötige eingepackt hatten, gingen wir auch schon ins Bett, da wir am nächsten Morgen in aller Frühe losfahren wollten.
Pünktlich um fünf Uhr in der Früh machte Marco den Motor an und es ging los in Richtung Wien. Sehr zu unserem Leid war trotz der frühen Uhrzeit schon sehr viel Verkehr auf den Straßen, doch wir ließen uns nicht den Spaß verderben. „Ich freu mich schon richtig, deinen Vater wieder zu sehen“, sagte ich. Marco lächelte. „Das freut mich, dass ihr zwei euch so gut versteht. Aber ich freu mich natürlich auch, mal wieder bei ihm zu sein.“ Ich schaute ihn an. „Weißt du was? Ich bin richtig froh, dass wir uns getroffen haben. Ich wüsste nicht, was ich ohne dich machen sollte.“ Marco schaute mich auch kurzzeitig an. „Ich bin auch mächtig stolz, dass du meine Freundin bist.“ Er nahm meine Hand. „Ich liebe dich, meine Maus!“ Ich drückte seine Hand ebenfalls. „Ich dich auch!“ Wir fuhren gemütlich auf der linken Fahrbahn, da auf der rechten anscheinend an diesem Tag nur langsame Fahrer unterwegs waren. Im Radio brachten sie gerade die Staumeldungen. Der Radiosprecher warnte vor einem Geisterfahrer, doch wir hörten gar nicht genau hin, da wir uns eher die Zeit vertrieben und uns über die anderen Fahrer lustig zu machen. Irgendwie machten die komische Zeichen, doch wir wussten nicht genau, was sie eigentlich meinten, bis ich ihn sah. Er kam direkt auf uns zu. Der Geisterfahrer, von dem der Radiosprecher sprach. „Schatz, fahr nach rechts, fahr sofort nach rechts!!!“, schrie ich. Doch wir überholten gerade ein anderes Auto, sodass es unmöglich war, nach rechts auszuweichen. „Scheiße, ich kann nicht. Süße, da ist…“, weiter kam Marco nicht, denn genau in diesem Moment knallte der Geisterfahrer auf uns. Ich schrie als das Auto einen Überschlag machte. Es machte einen lauten Knall und alles um mich herum wurde schwarz…
Ich hörte leises Gemurmel um mich herum, doch ich traute mich nicht die Augen zu öffnen, da ich Angst hatte, was mich erwarten würde. Plötzlich hörte ich eine Stimme. „Lara-Schatz, hörst du mich?“ Diese Stimme kannte ich, doch ich konnte mich in diesem Augenblick nicht genau erinnern, wem sie gehörte. „Herr Doktor, sie haben doch gesagt, dass sie schon wach sein müsste. Warum antwortet sie dann nicht?“ Eine tiefe, männliche Stimme beruhigte die weibliche, aufgeregte Stimme. Dem Anschein nach, sprachen sie über mich, doch ich konnte mich noch nicht so recht erinnern, wo ich überhaupt war und vor allem, warum ich hier war. Langsam öffnete ich die Augen. „Lara! Na endlich, du bist wach. Schatz, wie geht es dir? Oh mein Gott, ich bin ja so froh, dass du wieder die Augen auf machst!“ Ich blickte in die Augen einer mir sehr bekannten Frau und plötzlich erinnerte ich mich wieder an alles. Da war dieser Geisterfahrer, Marco konnte nicht mehr ausweichen und…wo war Marco? „Mama…“, versuchte ich anzusetzen, doch meine Stimme versagte noch etwas. Da trat der Doktor an mein Bett. „Frau Landau, sie hatten einen Unfall und mussten operiert werden. Aber keine Sorge, sie kommen wieder auf die Beine. Ihr rechter Fuß war gebrochen und ein paar Rippen wurden auch beschädigt. Außerdem haben sie eine leichte Gehirnerschütterung. Aber das kommt alles wieder in Ordnung!“ Ich blickte wieder zu meiner Mutter. „Was, was ist mit Marco?“ Sie schaute hilfesuchend den Arzt an. Er antwortete mir: „Herr Mang hat es schwerer erwischt als sie. Er liegt noch auf der Intensivstation und wurde in ein künstliches Koma gelegt.“ Ich schaute ihn ängstlich an. „Aber er, er kommt doch auch wieder auf die Beine oder?“ Der Doktor schaute mich mit traurigen Augen an und sagte: „Ich möchte ehrlich zu ihnen sein. Sein Zustand ist sehr kritisch und wir müssen erst die nächsten Tage abwarten, um eine Aussage darüber zu machen.“ Ich schluchzte auf.

Samstag, 7. April 2012

CA: Das Glück in meinen Armen 2

geschrieben von CarinA

2. Kapitel


Neuer Tag, neues Glück. Erfreulicherweise bekam ich schon frühmorgens von meinen Freunden Sms, in denen sie sich entschuldigten das sie gestern so gelästert haben und das an meinem Geburtstag. Das stimmte mich wieder fröhlicher und ich machte mich gut gelaunt daran, mir mein Frühstück zuzubereiten. Ich dachte an den vergangenen Abend und lächelte bei dem Gedanken, wie dumm ich vor Marco rumgestottert haben muss. Ich war mir eigentlich relativ sicher, dass er sich bestimmt nicht mehr melden würde, nachdem Jonathan ihn schon so komisch angeschaut hatte, und ich selber würde ihn auf gar keinen Fall anrufen. Doch eine Stunde später, klingelte plötzlich mein Handy. Ich ging ran. „Hallo?“ „Äh, ja hallo, ich bin es, Marco!“ “Oh, hallo Marco!” „Na ja, also ich wollte dich einfach mal fragen, wann du denn Zeit und Lust hättest mit mir einen Kaffee trinken zu gehen.“ In Gedanken durchforstete ich meinen Terminkalender und – welch Wunder – mir fiel spontan kein Termin ein, den ich in nächster Zeit hatte. Obendrein waren ja Sommerferien, also zur Schule musste ich auch nicht. „Du, mir ist das ganz egal, ich hab in den nächsten Tagen immer Zeit, habe ja auch Ferien!“ „Ach du gehst noch zur Schule?“ „Ja klar, was dachtest du denn?“ „Du siehst nicht wie eine Schülerin aus, du wirkst schon so erwachsen.“ „Oh danke, aber ich gehe wirklich noch zur Schule, du etwa nicht?“ Er fing an zu lachen. „Nein, ich gehe schon lang nicht mehr zur Schule.“ „Oh, hast du dann etwa nur den Hauptschulabschluss, wenn es schon so lange her ist?“ „Nein, ich habe Abitur gemacht!“ Plötzlich fiel bei mit der Groschen: Marco hatte Abitur gemacht, dass aber schon etwas länger zurück lag, das bedeutete er war nicht 19 oder 20, wie ich erst vermutet hatte, er musste also schon älter sein. „Ach so, wann hast du denn Abitur gemacht?“ An seiner Stimme hörte ich, dass er lächelte. „Ich habe vor 8 Jahren mein Abi gemacht!“ Automatisch rechnete ich in meinem Kopf. Wenn er vor 8 Jahren schon Abitur gemacht haben sollte, dann müsste er jetzt schon 27 Jahre alt sein. Ich war für einen kurzen Moment sprachlos. 10 Jahre älter als ich? Das konnte und wollte ich mir nicht vorstellen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass er schon so alt sein könnte. Er wirkte noch so jung, und dazu sah er auch noch sehr jung aus. „Du bist so still auf einmal. Hat dich das jetzt so überrascht?“, fragte er. „Ehrlich gesagt schon. Ich hätte dich für jünger gehalten.“ „Hm, aber so ging es mir im ersten Moment auch, als du mir gerade gesagt hast, dass du noch zu Schule gehst. Ich dachte, du bist schon älter. Du wirkst wirklich schon sehr erwachsen.“ Ich musste lächeln. „Wollen wir trotzdem einen Kaffee trinken gehen oder dann lieber nicht? Also ich würde es wirklich verstehen, wenn du dich jetzt lieber doch nicht mit mir verabreden würdest“, sagte er ehrlicherweise. Komischerweise überlegte ich nicht lange und antwortete ihm sofort: „Doch doch, ich würde trotzdem gern mit dir einen Kaffee trinken. Wieso sollte es mir etwas ausmachen?“ „Na ja, ich weiß ja nicht, vielleicht denkst du ja jetzt auch: Oh man, wieso sollte ich mich mit so einem alten Typen überhaupt treffen?!“ Ich musste lachen. „Nein, tut mir leid, so eine Ansicht habe ich nicht!“ Marco musste ebenfalls lachen. „Na dann hab ich ja noch mal Glück gehabt! Was hältst du denn davon, wenn wir uns heute Nachmittag schon treffen? Also nur wenn du nichts anderes schon vor hast!“ Da sich meine Freunde mit Sicherheit noch von gestern erholen mussten, hatte ich also überhaupt nichts anderes vor und sagte natürlich sofort zu. „Total gerne. Wo und wann?“ Er überlegte kurz. „Wäre es schlimm, von dir zu verlangen, noch mal nach München zu kommen?“ Ich blickte sofort zu meinem Zugplan, den ich immer an meiner Pinnwand hängen hatte, und sah, dass in einer Stunde der nächste Zug nach München fahren würde. „Nein, das wäre überhaupt nicht schlimm. Mein Zug würde in einer Stunde fahren. Wo soll ich denn dann hinkommen?“ Marco dachte kurz nach und sagte schließlich: „Nirgends. Ich hole dich einfach am Hauptbahnhof ab.“ Damit war ich sehr zufrieden, denn viel Orientierung hatte ich in Großstädten nicht, es wäre also nicht sicher gewesen, ob ich einen Treffpunkt innerhalb der Stadt auf Anhieb gefunden hätte. Ich gab ihm noch an, um wie viel Uhr ich am Bahnhof ankommen würde und dann verabschiedeten wir uns auch schon, damit ich auch noch etwas Zeit hatte, mich fertig zu machen. Ich erwischte gerade noch den Zug und machte es mir in einem Abteil gemütlich, da ich ca. eine Stunde Fahrzeit vor mir hatte. Nach der besagten Stunde Fahrzeit fuhr der Zug im Hauptbahnhof ein und ich stieg als eine der Ersten aus. Ich blickte mich um und sah Marco lässig an einer Säule lehnen. Ich ging langsam auf ihn zu, er sah mich jedoch noch nicht, da er gerade eben in sein Handy vertieft war. Als ich genau vor ihm stand, räusperte ich mich. Überrascht blickte er auf und als er mich vor sich stehen sah, lächelte er. „Oh, hallo, ich hab gar nicht bemerkt, dass das schon dein Zug war!“ Ich schaute ihn schüchtern an. „Kein Problem, ich habe dich ja auch gleich gefunden.“ Wir schauten uns an und mussten lachen anfangen. Neugierig wie ich war, fragte ich ihn: „Und wohin willst du mich jetzt entführen?“ „Entführen? Wer spricht denn hier von entführen?“, sagte er lachend. „Aber okay, ich will dich heute in den Englischen Garten entführen. Ich dachte, wir könnten dort schön picknicken“, und er zeigte auf einen Korb, der neben ihm auf den Boden stand. „Ich habe auch schon alles zusammen gepackt. Ich dachte, dass das vielleicht bei dem Wetter schöner ist, als in einem total überfüllten Café zu sitzen. Wenn das für dich ok ist?!“ Ich nickte sofort. „Natürlich ist das für mich in Ordnung. Ich finde das auch schöner, als immer diese vollgequetschten Cafés.“ Marco bückte sich, nahm den Korb und lächelte mich dann an. „Na gut, dann würde ich vorschlagen, dass wir uns auf den Weg dorthin machen, sonst kriegen wir da auch keinen Platz mehr.“ Ich schaute ihn skeptisch an. „Glaubst du etwa, dass es dort auch so voll ist? Er schüttelte lachend den Kopf. „Nein, das sollte nur ein Witz sein! Komm, los geht’s!“ Also machten wir uns auf den Weg und kamen auch schon bald zum Englischen Garten. Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen und Marco breitete dort eine große Picknickdecke aus. Wir setzten uns beide darauf und er fing an, viele Leckerein aus dem Korb zu holen. Wir redeten so viel, dass wir fast nicht zum essen kamen, doch irgendwann überkam uns dann doch der Hunger und so aßen wir eine Weile, ohne ein Wort zu sagen. So verging die Zeit wie im Flug, wir redeten, dann aßen wir wieder etwas, doch es wurde nie langweilig. Spät am Abend musste ich dann aber leider wieder zum Bahnhof, da ich meiner Mutter versprochen hatte, nicht zu spät heimzukommen. Als wir am Bahnhof ankamen, stand mein Zug schon da, obwohl er erst in einer halben Stunde fahren sollte. „Na dann, ich setz mich dann schon mal rein, sonst fährt er noch ohne mich.“ „Genau, nicht, dass er dich vergisst!“ Wir mussten lachen. Ich schaute ihn an. „Danke für den Tag, es war wirklich sehr schön!“ „Ja, ich fand es auch wunderschön. Können wir das öfters machen?“ Ich nickte sofort. „Ja, unbedingt. Na gut, also ich gehe jetzt dann mal.“ Ich wollte mich schon abwenden, doch Marco hielt mich am Arm fest. Ich drehte mich wieder um und sah ihm wieder in die Augen, die mich schon vom ersten Augenblick an fasziniert hatten. Es war ein magischer Moment. Wir sahen uns tief in die Augen und unsere Lippen berührten sich sachte. Wir küssten uns und in diesem Moment machte ich mir überhaupt keine Gedanke, dass Marco 10 Jahre älter war als ich. Ich wusste zwar noch nicht, wie ich das meiner Mutter erklären sollte, da sie schon immer gegen so einen Altersunterschied war, doch das war mir im Moment vollkommen egal. In diesem Augenblick gab es nur Marco und mich. Kurz bevor mein Zug abfuhr, stieg ich dann doch mal ein und Marco winkte noch lange meinem Zug hinterher. Als er nicht mehr zu sehen war, setzte ich mich alleine in eine Bank und lächelte vor mich hin.
Am nächsten Morgen musste ich dann meiner Mutter Rede und Antwort stehen, da ich ihr nur gesagt hatte, dass ich nach München fahren würde, jedoch nicht mit wem. Da sie es so genau wissen wollte, erzählte ich ihr einfach alles. Wie erwartet flippte sie erst mal total aus und schrie herum, doch ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen und so beruhigte sie sich nach einer gewissen Zeit auch wieder. „Bist du dir denn wirklich sicher, ob du mit so einem alten Mann zusammen sein willst?“, fragte sie mich. „Mama, so alt ist er auch wieder nicht. Er ist erst 27!“ Sie schüttelte den Kopf. „Ja, das sind 10 Jahre Altersunterschied!“ So diskutierten wir noch eine Weile hin und her, bis sie schließlich damit einverstanden war und sie mir versprach, kein Wort mehr über den Altersunterschied zu verlieren.

Donnerstag, 5. April 2012

CA: Das Glück in meinen Armen 1

geschrieben von CarinA


1. Kapitel

Als kleines Mädchen fragte ich einmal meine Mutter: „Was ist eigentlich Liebe?!“ Sie antwortete: „Liebe ist, wenn man ganz großes Glück hat und eine besondere Person trifft!“ Ich stellte mich zwar mit dieser Antwort zufrieden, hatte aber keine Ahnung, was sie damit meinte. Besondere Person? Meine Kindergartenfreundin Marie war auch besonders, sie gab mir jeden Tag einen Schokoriegel. Aber deswegen war es doch noch keine Liebe zwischen uns. Doch mit 17 Jahren wusste ich dann endlich was meine Mutter meinte. Und genau an dieser Stelle möchte ich mit der Geschichte beginnen, nämlich mit meinem Leben, dass sich mit meinem 17 Geburtstag schlagartig änderte…
Mama, wo ist denn mein Jeansrock schon wieder? Und das rote T-Shirt? Das hab ich doch schon vor zwei Wochen zum Waschen getan, das müsste doch längst wieder im Schrank sein!“ So war das immer bei mir zu Hause, genau dann, wenn ich ein Teil unbedingt brauchte, dann war es mit Garantie immer noch nicht gewaschen. Aber ich brauchte doch das rote unbedingt, an diesem Tag war doch meine Geburtstagsparty. „Schau noch mal genauer nach in deinem Chaos-Schrank, das muss schon drinnen sein!“, rief mir meine Mutter zu. Tatsächlich, in der hintersten Ecke lag es. Ich schnappte es mir und zog mich ins Badezimmer zurück. Ich ließ mir schön viel Zeit unter der Dusche und auch danach beim Schminken und der Gestaltung meiner Haare. Man wurde schließlich nur einmal 17 in seinem Leben, und das konnte ich auch noch mit meinen Freunden in München feiern. München, die Partystadt schlechthin in Bayern. In unserem Kaff hätte ich das ja vergessen können, meinen Geburtstag so richtig zu feiern. Um kurz vor sieben war ich dann endlich fertig und kurz darauf startete ich auch schon Richtung Bahnhof durch. Dort angekommen, sah ich auch schon von weitem meine Freunde. Wir nahmen den nächsten Zug in Richtung München und quetschten uns zu acht in eine Viererbank. Die Stunde Fahrzeit verging wie im Flug und so machten wir uns schon bald auf zu der bekanntesten Disco in München. Da wir, Gott sei Dank, schon drei Personen über 18 dabei hatten, kamen wir also problemlos rein und setzten uns erst einmal in eine gemütliche, ruhige Sofaecke. „Ich bestell uns erst mal ein Gläschen Sekt zum anstoßen, oder was meint ihr?“, fragte ich bei meinen Freunden nach. „Au ja, mach das!“ „Ja, unbedingt!“, bekam ich als Antwort und so ging ich zu der Bar. „Ich hätte bitte gern 8 Gläser Sekt!“, gab ich meine Bestellung auf. Ich wollte meinen Geldbeutel schon mal aus der Tasche ziehen, als mich ein, schon etwas angetrunkener Mann, anrempelte und mir die Tasche auf dem Boden fiel. Natürlich fiel sie genau so nach unten, dass mein gesamter Inhalt sich auf dem Boden verstreute. Ich fing gerade an, meine Sachen wieder einzusammeln, als sich jemand anderes ebenfalls bückte und mir meinen Geldbeutel schon reichte. „Warte, ich helfe dir!“, sagte eine männliche Stimme. Ich blickte auf und sah in die schönsten Augen, die ich je gesehen hatte. Ich sah ihn an und konnte einfach nicht den Blick von diesen Augen wenden. Doch auch er schaute mich weiterhin an. Schnell sammelte ich meine restlichen Sachen auf und stand schnurstracks wieder auf, um ihn nicht weiter anstarren zu müssen. Er stand ebenfalls auf und streckte mir seine Hand entgegen. „Hallo, ich bin Marco!“ „Äh, ja hallo, also danke fürs Aufsammeln und so!“, stotterte ich herum. Er lächelte mich an: „Keine Ursache! Hast du denn auch einen Namen?“ „Ach so, na klar, ich bin Lara!“ „Hey, schöner Name! Bist du allein hier?“ Ich wurde ein klein wenig rot. „Nein, ich bin mit meinen Freunden hier, die auch sicher schon auf mich warten.“ Da stupste mich der Barkeeper an: „Hier, ihre 8 Gläser Sekt!“ Ich bezahlte und wollte mich gerade zum Gehen wenden, da fragte mich Marco: „Feiert ihr einen Geburtstag?“ Ich schaute ihn verlegen an: „Ja, also…ich habe heute Geburtstag!“ „Echt? Na dann, herzlichen Glückwunsch!“ Er grinste mich an, doch plötzlich klopfte mir jemand von hinten auf die Schulter. Jonathan, einer von meinen Freunden, schaute mich an und sagte: „Hey, wo bleibst du denn? Wir warten ja schon ewig auf dich!“ Ich stammelte eine Entschuldigung und drückte ihm das Tablett mit den Sektgläsern in die Hand. „Du kannst die ja schon mal zu unserem Tisch tragen, ich komm sofort nach!“ Er machte sich auf den Weg, drehte sich aber vorher noch einmal um und blickte Marco ungläubig an. „ Na ja, du siehst, ich muss dann mal wieder zu denen…“ Er schaute mich traurig an. „Schade, aber trotzdem viel Spaß heute und noch mal alles Gute!“ Prompt drehte er sich um und verschwand hinter der nächsten Ecke. Ich schüttelte kurz den Kopf und ging schnell zu meinen Freunden. „Na, wer war denn der Typ, mit dem du da geredet hast?“, fragte Jonathan natürlich gleich nach. „Ähm, der hat mir nur geholfen, meine Sachen wieder aufzuheben, die mir aus der Tasche gefallen sind“, versuchte ich ihm zu erklären. Doch der ließ sich nicht beirren: „Ach was, das hat man doch von weitem gesehen, der wollte doch was von dir, wie der dich schon angeschaut hat!“ „Ach, red doch keinen Blödsinn!“ Alle fanden es höchst interessant, sich über Marco lustig zu machen, bis auf mich. Mir ging Marco einfach nicht mehr aus dem Kopf. Nach einer Weile verzog ich mich auf die Toilette, um nicht weitere Theorien über Marco mir anhören zu müssen. Dort angekommen vertrödelte ich möglichst viel Zeit. Ich checkte dann auch noch meine Frisur im Spiegel, machte mich dann aber wieder auf den Weg zu den anderen. Ich blickte mich ein wenig um und schaute einen Augenblick nicht nach vorne und stieß mit Marco zusammen. „Oh oh, tut mir leid, ich habe gerade nicht nach vorne geschaut…“ „Hey kein Problem, mach dir nichts draus, mir ist ja nichts passiert. Ist bei dir alles ok?“ Er lächelte mich wieder an. „Ja danke, mir geht es gut.“ „Diesmal keinen Freund als Bodyguard dabei?“, fragte er mich scherzhaft. Ich lachte. „Nein, diesmal nicht. Die strecken gerade alle tief in einer Diskussion.“ „Und um was geht es da, dass du nicht mit diskutieren möchtest?“ „Ach, nichts besonderes.“ Ich konnte ihm ja schlecht die Wahrheit sagen. „Darf ich dir vielleicht meine Handynummer geben?“ Ich schaute ihn belustigt an und musste anfangen zu lachen. „Wieso lachst du jetzt?“, fragte er mich unverständlich. „Mich hat noch nie jemand gefragt, ob er mir seine Handynummer geben darf. Normalerweise hat man sie mir einfach immer gegeben und eher nach meiner Nummer gefragt.“ Marco musste ebenfalls anfangen zu lachen. „Aber du darfst sie mir trotzdem geben“, lenkte ich dann jedoch ein. Wir tauschten also unsere Nummern aus, und verabschiedeten uns letztendlich mit der Abmachung in nächster Zeit zusammen einen Kaffee trinken zu gehen. Lächelnd kam ich zu meinen Freunden zurück. „Was ist denn mit dir passiert?“, fragte René. „Ähm, nichts, wieso denn?“ „Na ja, du warst sehr lange auf dem Klo und kommst dann auch noch mit einem fetten Grinsen im Gesicht zurück!?“ „Nee, alles ok!“ Plötzlich fängt Jonathan wieder an zu lachen. “Sie ist bestimmt wieder diesem Spanner begegnet!” Alle fingen natürlich über diesen Kommentar an zu lachen. „Haha, sehr lustig! Was habt ihr denn gegen ihn? Er war doch nur hilfsbereit!“, versuchte ich Marco zu verteidigen. Sie ließen sich aber nicht beirren und machten sich den ganzen Abend lustig über ihn. Ich verlor dadurch immer mehr meine gute Stimmung und machte mich bald auf dem Weg zum Bahnhof, um den nächsten Zug nach Hause zu nehmen. Meine Freunde fragten zwar, wieso ich schon gehen wollte, doch sie versuchten nicht, mich zum Bleiben zu überreden. Also fuhr ich mutterseelenallein nach Hause…