Dienstag, 10. April 2012

CA: Das Glück in meinen Armen 3

geschrieben von CarinA


3. Kapitel

So vergingen tatsächlich einige Wochen ohne das meine Mutter sich über Marco und mich beschwerte. Wir sahen uns, so oft es uns möglich war und wurden immer mehr zu einer Einheit. Marco konnte nicht ohne mich und ich konnte auf keinen Fall ohne Marco. In den Ferien blieb ich fast die ganze Zeit bei ihm in München, obwohl meine Mutter oft jammerte, dass sie mich gar nicht mehr zu Gesicht bekam. Es verging ein Jahr, ein Jahr voller Glück und Liebe. Doch das sollte mir von einer Sekunde auf die andere wieder genommen werden…
Okay meine Süße, ich habe jetzt drei Wochen Urlaub. Was wollen wir in den drei Wochen so alles anstellen?“, fragte mich Marco zu Beginn der Sommerferien. Ich grinste ihn an. „Ach, ich weiß nicht. Was würde denn der Herr so vorschlagen?“ Er überlegte eine Weile und schließlich bekam ich seine Antwort. „Was hältst du davon, wenn wir noch heute unsere Sachen packen und morgen zu meinem Vater nach Wien fahren und uns dort für ein oder zwei Wochen einquartieren?“ Er schaute mich fragend an. „Ist das dein Ernst? Wir wollen wegfahren? Was sagt denn dein Dad dazu, ist er überhaupt damit einverstanden, dass wir einfach so bei ihm wohnen würden?“ Ich freute mich zwar über diesen Vorschlag, doch mit der Planung war ich noch nicht so ganz einverstanden. „Ach, das habe ich doch schon längst alles abgeklärt. Er würde sich freuen uns zwei mal wieder eine Weile bei sich zu haben!“ Natürlich wollte ich auch zu Marcos Vater, denn ich mochte ihn. Silvester hatten wir bei ihm zuhause in Wien verbracht und schon da ist er mir sehr ans Herz gewachsen. Nach einer Weile gab ich mich dann doch geschlagen. „Na gut, dann lass uns nach Wien fahren. Aber ich muss meiner Mutter zumindest Bescheid sagen, dass sie weiß, dass wir nicht in München sind!“ Da es schon spät am Abend war und wir schnellstmöglich packen wollten, rief ich sofort meine Mama an und erklärte ihr kurz, wo wir uns die nächsten zwei Wochen aufhielten. „Okay mein Schatz, danke, dass du mir Bescheid gesagt hast. Dann wünsch ich euch viel Spaß in Wien, und pass auf dich auf!“ Ich verdrehte die Augen. „Ja Mama, mir passiert schon nichts, keine Sorge!“ Wir verabschiedeten uns und ich ging zu Marco und half ihm beim packen. Als wir alles Nötige eingepackt hatten, gingen wir auch schon ins Bett, da wir am nächsten Morgen in aller Frühe losfahren wollten.
Pünktlich um fünf Uhr in der Früh machte Marco den Motor an und es ging los in Richtung Wien. Sehr zu unserem Leid war trotz der frühen Uhrzeit schon sehr viel Verkehr auf den Straßen, doch wir ließen uns nicht den Spaß verderben. „Ich freu mich schon richtig, deinen Vater wieder zu sehen“, sagte ich. Marco lächelte. „Das freut mich, dass ihr zwei euch so gut versteht. Aber ich freu mich natürlich auch, mal wieder bei ihm zu sein.“ Ich schaute ihn an. „Weißt du was? Ich bin richtig froh, dass wir uns getroffen haben. Ich wüsste nicht, was ich ohne dich machen sollte.“ Marco schaute mich auch kurzzeitig an. „Ich bin auch mächtig stolz, dass du meine Freundin bist.“ Er nahm meine Hand. „Ich liebe dich, meine Maus!“ Ich drückte seine Hand ebenfalls. „Ich dich auch!“ Wir fuhren gemütlich auf der linken Fahrbahn, da auf der rechten anscheinend an diesem Tag nur langsame Fahrer unterwegs waren. Im Radio brachten sie gerade die Staumeldungen. Der Radiosprecher warnte vor einem Geisterfahrer, doch wir hörten gar nicht genau hin, da wir uns eher die Zeit vertrieben und uns über die anderen Fahrer lustig zu machen. Irgendwie machten die komische Zeichen, doch wir wussten nicht genau, was sie eigentlich meinten, bis ich ihn sah. Er kam direkt auf uns zu. Der Geisterfahrer, von dem der Radiosprecher sprach. „Schatz, fahr nach rechts, fahr sofort nach rechts!!!“, schrie ich. Doch wir überholten gerade ein anderes Auto, sodass es unmöglich war, nach rechts auszuweichen. „Scheiße, ich kann nicht. Süße, da ist…“, weiter kam Marco nicht, denn genau in diesem Moment knallte der Geisterfahrer auf uns. Ich schrie als das Auto einen Überschlag machte. Es machte einen lauten Knall und alles um mich herum wurde schwarz…
Ich hörte leises Gemurmel um mich herum, doch ich traute mich nicht die Augen zu öffnen, da ich Angst hatte, was mich erwarten würde. Plötzlich hörte ich eine Stimme. „Lara-Schatz, hörst du mich?“ Diese Stimme kannte ich, doch ich konnte mich in diesem Augenblick nicht genau erinnern, wem sie gehörte. „Herr Doktor, sie haben doch gesagt, dass sie schon wach sein müsste. Warum antwortet sie dann nicht?“ Eine tiefe, männliche Stimme beruhigte die weibliche, aufgeregte Stimme. Dem Anschein nach, sprachen sie über mich, doch ich konnte mich noch nicht so recht erinnern, wo ich überhaupt war und vor allem, warum ich hier war. Langsam öffnete ich die Augen. „Lara! Na endlich, du bist wach. Schatz, wie geht es dir? Oh mein Gott, ich bin ja so froh, dass du wieder die Augen auf machst!“ Ich blickte in die Augen einer mir sehr bekannten Frau und plötzlich erinnerte ich mich wieder an alles. Da war dieser Geisterfahrer, Marco konnte nicht mehr ausweichen und…wo war Marco? „Mama…“, versuchte ich anzusetzen, doch meine Stimme versagte noch etwas. Da trat der Doktor an mein Bett. „Frau Landau, sie hatten einen Unfall und mussten operiert werden. Aber keine Sorge, sie kommen wieder auf die Beine. Ihr rechter Fuß war gebrochen und ein paar Rippen wurden auch beschädigt. Außerdem haben sie eine leichte Gehirnerschütterung. Aber das kommt alles wieder in Ordnung!“ Ich blickte wieder zu meiner Mutter. „Was, was ist mit Marco?“ Sie schaute hilfesuchend den Arzt an. Er antwortete mir: „Herr Mang hat es schwerer erwischt als sie. Er liegt noch auf der Intensivstation und wurde in ein künstliches Koma gelegt.“ Ich schaute ihn ängstlich an. „Aber er, er kommt doch auch wieder auf die Beine oder?“ Der Doktor schaute mich mit traurigen Augen an und sagte: „Ich möchte ehrlich zu ihnen sein. Sein Zustand ist sehr kritisch und wir müssen erst die nächsten Tage abwarten, um eine Aussage darüber zu machen.“ Ich schluchzte auf.

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