Donnerstag, 5. April 2012

CA: Das Glück in meinen Armen 1

geschrieben von CarinA


1. Kapitel

Als kleines Mädchen fragte ich einmal meine Mutter: „Was ist eigentlich Liebe?!“ Sie antwortete: „Liebe ist, wenn man ganz großes Glück hat und eine besondere Person trifft!“ Ich stellte mich zwar mit dieser Antwort zufrieden, hatte aber keine Ahnung, was sie damit meinte. Besondere Person? Meine Kindergartenfreundin Marie war auch besonders, sie gab mir jeden Tag einen Schokoriegel. Aber deswegen war es doch noch keine Liebe zwischen uns. Doch mit 17 Jahren wusste ich dann endlich was meine Mutter meinte. Und genau an dieser Stelle möchte ich mit der Geschichte beginnen, nämlich mit meinem Leben, dass sich mit meinem 17 Geburtstag schlagartig änderte…
Mama, wo ist denn mein Jeansrock schon wieder? Und das rote T-Shirt? Das hab ich doch schon vor zwei Wochen zum Waschen getan, das müsste doch längst wieder im Schrank sein!“ So war das immer bei mir zu Hause, genau dann, wenn ich ein Teil unbedingt brauchte, dann war es mit Garantie immer noch nicht gewaschen. Aber ich brauchte doch das rote unbedingt, an diesem Tag war doch meine Geburtstagsparty. „Schau noch mal genauer nach in deinem Chaos-Schrank, das muss schon drinnen sein!“, rief mir meine Mutter zu. Tatsächlich, in der hintersten Ecke lag es. Ich schnappte es mir und zog mich ins Badezimmer zurück. Ich ließ mir schön viel Zeit unter der Dusche und auch danach beim Schminken und der Gestaltung meiner Haare. Man wurde schließlich nur einmal 17 in seinem Leben, und das konnte ich auch noch mit meinen Freunden in München feiern. München, die Partystadt schlechthin in Bayern. In unserem Kaff hätte ich das ja vergessen können, meinen Geburtstag so richtig zu feiern. Um kurz vor sieben war ich dann endlich fertig und kurz darauf startete ich auch schon Richtung Bahnhof durch. Dort angekommen, sah ich auch schon von weitem meine Freunde. Wir nahmen den nächsten Zug in Richtung München und quetschten uns zu acht in eine Viererbank. Die Stunde Fahrzeit verging wie im Flug und so machten wir uns schon bald auf zu der bekanntesten Disco in München. Da wir, Gott sei Dank, schon drei Personen über 18 dabei hatten, kamen wir also problemlos rein und setzten uns erst einmal in eine gemütliche, ruhige Sofaecke. „Ich bestell uns erst mal ein Gläschen Sekt zum anstoßen, oder was meint ihr?“, fragte ich bei meinen Freunden nach. „Au ja, mach das!“ „Ja, unbedingt!“, bekam ich als Antwort und so ging ich zu der Bar. „Ich hätte bitte gern 8 Gläser Sekt!“, gab ich meine Bestellung auf. Ich wollte meinen Geldbeutel schon mal aus der Tasche ziehen, als mich ein, schon etwas angetrunkener Mann, anrempelte und mir die Tasche auf dem Boden fiel. Natürlich fiel sie genau so nach unten, dass mein gesamter Inhalt sich auf dem Boden verstreute. Ich fing gerade an, meine Sachen wieder einzusammeln, als sich jemand anderes ebenfalls bückte und mir meinen Geldbeutel schon reichte. „Warte, ich helfe dir!“, sagte eine männliche Stimme. Ich blickte auf und sah in die schönsten Augen, die ich je gesehen hatte. Ich sah ihn an und konnte einfach nicht den Blick von diesen Augen wenden. Doch auch er schaute mich weiterhin an. Schnell sammelte ich meine restlichen Sachen auf und stand schnurstracks wieder auf, um ihn nicht weiter anstarren zu müssen. Er stand ebenfalls auf und streckte mir seine Hand entgegen. „Hallo, ich bin Marco!“ „Äh, ja hallo, also danke fürs Aufsammeln und so!“, stotterte ich herum. Er lächelte mich an: „Keine Ursache! Hast du denn auch einen Namen?“ „Ach so, na klar, ich bin Lara!“ „Hey, schöner Name! Bist du allein hier?“ Ich wurde ein klein wenig rot. „Nein, ich bin mit meinen Freunden hier, die auch sicher schon auf mich warten.“ Da stupste mich der Barkeeper an: „Hier, ihre 8 Gläser Sekt!“ Ich bezahlte und wollte mich gerade zum Gehen wenden, da fragte mich Marco: „Feiert ihr einen Geburtstag?“ Ich schaute ihn verlegen an: „Ja, also…ich habe heute Geburtstag!“ „Echt? Na dann, herzlichen Glückwunsch!“ Er grinste mich an, doch plötzlich klopfte mir jemand von hinten auf die Schulter. Jonathan, einer von meinen Freunden, schaute mich an und sagte: „Hey, wo bleibst du denn? Wir warten ja schon ewig auf dich!“ Ich stammelte eine Entschuldigung und drückte ihm das Tablett mit den Sektgläsern in die Hand. „Du kannst die ja schon mal zu unserem Tisch tragen, ich komm sofort nach!“ Er machte sich auf den Weg, drehte sich aber vorher noch einmal um und blickte Marco ungläubig an. „ Na ja, du siehst, ich muss dann mal wieder zu denen…“ Er schaute mich traurig an. „Schade, aber trotzdem viel Spaß heute und noch mal alles Gute!“ Prompt drehte er sich um und verschwand hinter der nächsten Ecke. Ich schüttelte kurz den Kopf und ging schnell zu meinen Freunden. „Na, wer war denn der Typ, mit dem du da geredet hast?“, fragte Jonathan natürlich gleich nach. „Ähm, der hat mir nur geholfen, meine Sachen wieder aufzuheben, die mir aus der Tasche gefallen sind“, versuchte ich ihm zu erklären. Doch der ließ sich nicht beirren: „Ach was, das hat man doch von weitem gesehen, der wollte doch was von dir, wie der dich schon angeschaut hat!“ „Ach, red doch keinen Blödsinn!“ Alle fanden es höchst interessant, sich über Marco lustig zu machen, bis auf mich. Mir ging Marco einfach nicht mehr aus dem Kopf. Nach einer Weile verzog ich mich auf die Toilette, um nicht weitere Theorien über Marco mir anhören zu müssen. Dort angekommen vertrödelte ich möglichst viel Zeit. Ich checkte dann auch noch meine Frisur im Spiegel, machte mich dann aber wieder auf den Weg zu den anderen. Ich blickte mich ein wenig um und schaute einen Augenblick nicht nach vorne und stieß mit Marco zusammen. „Oh oh, tut mir leid, ich habe gerade nicht nach vorne geschaut…“ „Hey kein Problem, mach dir nichts draus, mir ist ja nichts passiert. Ist bei dir alles ok?“ Er lächelte mich wieder an. „Ja danke, mir geht es gut.“ „Diesmal keinen Freund als Bodyguard dabei?“, fragte er mich scherzhaft. Ich lachte. „Nein, diesmal nicht. Die strecken gerade alle tief in einer Diskussion.“ „Und um was geht es da, dass du nicht mit diskutieren möchtest?“ „Ach, nichts besonderes.“ Ich konnte ihm ja schlecht die Wahrheit sagen. „Darf ich dir vielleicht meine Handynummer geben?“ Ich schaute ihn belustigt an und musste anfangen zu lachen. „Wieso lachst du jetzt?“, fragte er mich unverständlich. „Mich hat noch nie jemand gefragt, ob er mir seine Handynummer geben darf. Normalerweise hat man sie mir einfach immer gegeben und eher nach meiner Nummer gefragt.“ Marco musste ebenfalls anfangen zu lachen. „Aber du darfst sie mir trotzdem geben“, lenkte ich dann jedoch ein. Wir tauschten also unsere Nummern aus, und verabschiedeten uns letztendlich mit der Abmachung in nächster Zeit zusammen einen Kaffee trinken zu gehen. Lächelnd kam ich zu meinen Freunden zurück. „Was ist denn mit dir passiert?“, fragte René. „Ähm, nichts, wieso denn?“ „Na ja, du warst sehr lange auf dem Klo und kommst dann auch noch mit einem fetten Grinsen im Gesicht zurück!?“ „Nee, alles ok!“ Plötzlich fängt Jonathan wieder an zu lachen. “Sie ist bestimmt wieder diesem Spanner begegnet!” Alle fingen natürlich über diesen Kommentar an zu lachen. „Haha, sehr lustig! Was habt ihr denn gegen ihn? Er war doch nur hilfsbereit!“, versuchte ich Marco zu verteidigen. Sie ließen sich aber nicht beirren und machten sich den ganzen Abend lustig über ihn. Ich verlor dadurch immer mehr meine gute Stimmung und machte mich bald auf dem Weg zum Bahnhof, um den nächsten Zug nach Hause zu nehmen. Meine Freunde fragten zwar, wieso ich schon gehen wollte, doch sie versuchten nicht, mich zum Bleiben zu überreden. Also fuhr ich mutterseelenallein nach Hause…

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