geschrieben von CarinA
Von Glück zu Glück
1. Kapitel
Sommer,
Sonne, Strand und Meer – und das eine ganze Woche lang! „Ich kann es immer noch
nicht glauben, nach all dem Stress zu Hause, endlich mal Zeit für uns! Keine
stressigen Arbeitstage, keine nervigen Männer…nur wir Mädels!“ Cassandra
schließt einen Augenblick die Augen und träumt schon von den gemeinsamen
Urlaubstagen. Ihre Freundin Stella sitzt neben ihr und sieht aus dem Fenster.
„Fliegen ist doch das Schönste, was es gibt! Du kannst alles hinter dir lassen
und fliegst einfach davon!“ Cassandra lächelt. „Ja und sobald wir auf Malta
sind, vergessen wir alles, was daheim ist und genießen unseren Urlaub, ok?“
Stella nickt begeistert. „Na klar!“ Sie blickt in die Ferne und beginnt zu
grinsen. „Na mal schauen, wie es denn so mit den Männern auf Malta steht. Ich
hoffe, da sind ein paar Gute dabei!“ Cassandra schüttelt leicht angewidert den
Kopf. „Oh Gott, lass mich bloß mit Männern in Ruhe! Von denen hab ich im Moment
echt die Schnauze voll. Du hast ja gesehen, in welche Katastrophen ich geraten
bin – und das alles nur wegen diesen Typen. Außerdem dachte ich, dass es ein
reiner Mädelsurlaub wird – also keinerlei männliche Wesen?!“ Stella seufzt.
„Nur weil deine letzten zwei Typen solche Arschlöcher waren, heißt es doch
nicht, dass alle Männer solche Deppen sind. Natürlich ist das ein Mädelsurlaub,
aber man wird ja wohl noch seinen Spaß haben dürfen oder?“ Ihre Freundin sieht
sie an und lenkt ein. „Wir werden dann ja sehen. Aber nun lass uns nicht
streiten, wir wollen doch diese Woche entspannen und nicht gleich zu Beginn uns
zoffen oder?“ Stella nickt und blickt wieder aus dem Fenster.
Nach
gut überstandenen Flug kommen die Beiden etwas erschöpft an ihrem Hotel an. Sie
beziehen ihre Zimmer, ruhen sich noch ein wenig aus und treffen sich
anschließend beim Abendessen. „Wow, also mein Ausblick vom Balkon aus ist der
Hammer!“, schwärmt Stella. Cassandra stimmt ihrer Freundin zu und erzählt
ebenfalls, wie toll das Hotelzimmer ist. Doch plötzlich schaut Stella nur noch
an Cassandra vorbei und hört ihr scheinbar nicht mehr zu. „Hallo? Erde an
Stella? Was ist denn los?“ Stella schüttelt kurz den Kopf und blickt ihre
Freundin wieder an. „Cassie, hast du den gerade gesehen?“ Cassandra dreht sich
um, sieht jedoch nur den Kellner. „Du meinst doch nicht etwa diesen Kellner?
Also Stella, der sieht doch total schmierig aus!“ Empört schaut Stella sie an.
„Also wirklich, würdest du mir so einen schlechten Geschmack zutrauen? Nein,
ich meinte den Typen, der gerade zur Tür rausgegangen ist! Der war echt der
Wahnsinn!“ Cassandra schüttelt ungläubig den Kopf. „Wie soll ich den denn bitte
sehen?? Ich sitze mit dem Rücken zur Tür, falls du das noch nicht bemerkt
hast!“ Die Freundinnen fangen an zu lachen.
Nach
dem Essen gehen die zwei nur noch an die Bar, um den Tag gemütlich bei einem
Cocktail zu beenden. Sie sitzen keine fünf Minuten dort, schon hat Stella
wieder diesen durchdringenden Blick, wie schon zuvor beim gemeinsamen
Abendessen. Cassandra seufzt. „Wo ist der Typ jetzt schon wieder hingegangen?“
Stella blickt verwundert auf. „Woher…? Naja ist ja auch egal, er ist nirgends
hingegangen. Er kommt direkt auf uns zu!“ Überrascht sieht Cassandra sie an.
Siehe da, keine zehn Sekunden später kommt an gutaussehender, junger Mann an
die Bar und bestellt zwei Bier. Er zahlt, nimmt seine Getränke und geht wieder.
Stella blickt ihm gedankenverloren hinterher. „Hm, also der ist schon echt
wahnsinnig hübsch. Sowas hab ich ja noch nie gesehen. Cassie, du musst mir
helfen – der ist echt mein Traumtyp!“ Stellas Freundin lacht. „Ach Süße, das
hast du schon bei so vielen gesagt – und nie warst du länger als ein halbes
Jahr mit ihnen zusammen. Wieso sollte es dann gerade der sein?“ „Ich merk das
einfach. Wenn es mit ihm nicht klappt, dann funktioniert es mit keinem!“ Nachdem
sie einmal tief durchgeatmet hat, willigt Cassie schließlich ein. „Na gut,
schmeißen wir den Mädelsurlaub über Bord und erobern dafür diesen Mann!“ Sie
stoßen gemeinsam mit ihren Cocktails an. „Du musst aber auch noch einen finden
– dann wirst du wenigstens mal wieder glücklich!“ Cassandra schüttelt den Kopf.
„Was hat das damit zu tun, ob ich glücklich bin oder nicht? Glück ist
für mich, Freunde zu haben, Lachen zu können, gesund zu sein, jemandem zu
helfen und sich dann freuen zu können, wenn es etwas gebracht hat... oder ein
Moment, an dem du dir denkst, das alles perfekt ist in deinem Leben und es
nicht besser laufen könnte.
Wozu
brauche ich da einen Mann?“ „Ach, wenn der Richtige vor dir steht, dann wirst
du schon merken, dass ein Mann im Leben schon wichtig sein kann!“ Cassie winkt
ab und kommt auf den nächsten Tag zu sprechen, wodurch Stella dieses Thema
schnell vergisst. Ein
paar Minuten später kommt ein junger Mann an die Bar und bestellt zwei Getränke. Die zwei Mädels bekommen dies nicht
mit, da sie in ihrer Tagesplanung für den nächsten Tag tief versunken sind. Der
Mann blickt sie an und räuspert sich hörbar. „Entschuldigung wenn ich störe,
aber ich habe gehört, wie sie sich auf deutsch unterhalten. Sind die zwei Damen
etwa auch aus Deutschland?“ Stella nickt eifrig. „Ja, Sie etwa auch? Das ist ja
ein Zufall!“ „Jep, wir hätten nicht gedacht, dass wir hier so schnell Deutsche
finden. Ich bin nämlich zusammen mit meinem Kumpel hier, der sitzt dort
hinten!“ Er zeigt in die Richtung, in die der hübsche Kerl von vorhin gegangen
ist. Stellas Augen folgen seinem Finger und ihre Mundwinkel gehen nach oben.
„Ich bin übrigens Manuel!“ „Ich bin Stella, und das ist meine Freundin
Cassandra!“ Die drei schütteln einander die Hände. „Wollt ihr nicht zu uns an den
Tisch kommen – wir hätten noch Platz!?“ „Natürlich, gerne!“ Die Freundinnen
folgen Manuel. Manuel stellt die beiden seinem Freund Chris vor. Keine zwei
Stunden später sitzen die vier lachend zusammen und unterhalten sich bestens.
Zwischen Stella und Chris hat es natürlich sofort gefunkt. Nach einer Weile
stehen die beiden auf und verkünden, noch einen Spaziergang am Strand zu
unternehmen. Kurz darauf sind sie auch schon verschwunden. Manuel lacht. „Na
toll, eigentlich wollten wir einen reinen Männerurlaub machen, und schon am
ersten Abend lässt Chris mich im Stich.“ Cassie lacht ebenfalls. „Ja, das
dachte ich auch. Ich wollte auch einen schönen Mädelsurlaub haben, aber da
macht mir Stella wohl einen Strich durch die Rechnung.“ Manuel sieht ihr tief
in die Augen. „Wobei ich es ja nicht schlimm finde, dass wir euch kennen
gelernt haben…“ Die zwei sehen sich lange an. Schließlich meint Cassie: „Nein,
mittlerweile find ich es auch nicht mehr schlimm, dass unser Mädelsurlaub ins
Wasser fallen wird…“
Als
Stella und Chris von ihrem Spaziergang Hand in Hand zurück kommen, sitzen auch
Cassie und Manuel schon eng beieinander. Stella und Chris grinsen. „Na, das
wird ja dann wohl nichts mit dem Männerurlaub, oder Manu?“ Alle vier lachen und
genießen ab diesem Abend eine gemeinsame Woche auf der Insel.
Um
den eigentlich geplanten Mädelsurlaub noch schön zu beenden, gehen die zwei
Freundinnen am Tag nach der Rückkunft in eine Therme ohne ihre Männer. „Siehst
du Cassie, du hättest wahrscheinlich nie im Leben gedacht, dass du im Urlaub
deinen Traummann finden würdest oder?“ Cassie lächelt bei den Gedanken an
Manuel. „Nein, das hätte ich wirklich nie gedacht!“ Derweil suchen die Freundinnen zwei freie Liegen. Sie sehen zwei
Frauen, die gerade am aufbrechen sind. „Entschuldigung, werden die Liegen jetzt
frei?“ Eine der beiden Frauen antwortet: „Ja, wir sind gerade am Gehen!“ …
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