Andersartigkeit
Ich war kein jemand.
War ein niemand.
Wobei ich durch meine Art verzweifelt
nach Aufmerksamkeit schrie.
Ich wollte nicht irgendwer sein, der
unsichtbar durch die Welt zieht und doch ging ich unter.
Überall Markenklamotten, Mitläufer
und Musikrichtungsangezogene.
Niemand achtet auf Außenseiter.
Auf mich.
Jemand der anders ist, der versucht nur
sich zu folgen ist kein jemand, ist ein niemand.
Viele gegen einen.
Man ist allein.
Keiner verstand meine Weltanschauung.
Verstand meine Erscheinung.
Verstand meine Art.
Verstand mich.
Ich habe überlegt mich zu ändern,
mich zur Gleichartigkeit werden zu lassen.
Nein.
Ich suchte andere Andersartigkeit.
Bin gescheitert.
Habe mich verloren.
Dachte ich gehöre nicht auf diese
Welt.
Ein Alien?
Vielleicht.
Ich wollte nur noch aufgeben.
Meine Seele auf eine andere Ebene
tragen.
Eine bessere Welt muss es doch geben
irgendwo im nirgendwo.
Die Rasierklinge schnitt mir in die
Haut.
Tiefer und tiefer.
Ich spürte etwas ungespürtes.
Seltsame Gefühle nie davor gekannt.
Erkannte ein Art Liebe.
Liebe durch Empfinden.
Liebe im Schmerz.
Der Schmerz zeigte mein Innerstes.
Meine Einsamkeit.
Meine Andersartigkeit in der
Gleichartigkeit der Welt.
Doch der Schmerz, die Liebe war nicht
groß genug.
Ich blieb auf der untersten Ebene.
Konnte nicht loslassen.
Ging meine Wege.
Wege die keiner bereit war mit mir zu
gehen.
Ich wollte endlich ankommen.
Ankommen.
Nur wo?
Ich wusste es nicht.
Das einzige was mir gewiss war, war das
ich wohl nie ankommen werde.
Muss ich allein enden?
Einsam, verbittert, mit einem schwarzen
Herzen in der Brust?
Ich sah es ein.
Dies war mein Schicksal.
Dieser Weg der Andersartigkeit führt
in den Abgrund.
Meine Welt verdunkelte sich.
Wurde tief schwarz.
Kein Lichtschimmer.
Nichts.
Doch was ist das?
Eine Klang?
Eine Melodie?
Ein Lied?
Gar eine Stimme?
Es fand mich.
Mich in der Dunkelheit.
Ich möchte dich kennen, erkennen.
Ich will dich in deiner Andersartigkeit
verstehen, verstehen wie niemand sonst.
Herrliche Worte, die mein Ohr nie
vernommen hat.
Sollte ich ihr glauben, ihr der Person,
die in meine Seele zu schauen scheint?
Auf Ewig auf der Suche nach einer
anderen Andersartigkeit endlich angekommen?
Mich verloren und wiedergefunden?
Gefunden auf der Welt der
Gleichartigkeit.
Mein Weg hat ein Ende.
Ein Ende mit ihr.
Ihr, der Anderen.
Der andersartigen Person.
Sie will meine Weltanschauung, meine
Erscheinung, meine Art verstehen.
Ja, mich verstehen.
Mich die keine Person ist, die ein
niemand ist.
Das Gefühl der Klinge kommt wieder in
mir hervor.
Hervor wie nie zuvor.
Die Liebe des Schmerzes geht unter zu
der Liebe zu der anderen.
Millionenfach verstärkt spüre ich sie
nun.
Nie erwartet, doch darauf gewartet habe
ich immer.
Sie wollte mich finden, nicht das Ende
des Weges.
Nur sie, die Andersartigkeit.
Sie ist das Ziel gewesen.
Sie ergänzt mich, sie widerspricht
mich.
Sie ist wie ich und doch ganz anders.
Sie spürt mich in jeder Einzelheit.
Jede Faser von mir offenbart sich ihr.
Wir werden ein und doch sind wir zu
zweit.
Ihre Nähe, ihre Wärme, ihre Stimme
durchdringt mich.
Erweckt mich.
Erquickt mich.
Lässt mich zum Höhepunkt kommen.
Ja. Ja. Ja!
Wir, sie und ich, sind vereint.
Andersartigkeit und Andersartigkeit
wird Zweisamkeit, gar Gleichartigkeit.
Ich war kein jemand, ein niemand.
Ich zerstörte mich, wollte nicht mehr
ich sein.
Wollte mich anpassen.
Doch diese Zweisamkeit, Gleichartigkeit
verführte mich.
Zeigte mir mein wahres Gesicht.
Sie liebt dieses Gesicht.
Mein Gesicht und nicht die Maske, die
jeder andere auf der untersten Ebene, der Welt trägt.
Mein Gegenpol offenbarte sich.
Offenbarte sich mir.
Sie machte aus zwei eins.
Jetzt bin ich kein niemand, ich bin
jemand.
Ihr jemand.
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