Monotonie
Jeden
Tag das gleiche.
Aufstehen,
Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Ich
bin eine Maschine in einem System.
In
einem kranken System, dass jeden Menschen gefangen hält.
Keiner
kann entkommen, jeder ist im Netz des Staates.
Schule
ist Pflicht.
Sie
lässt den Kreislauf der Monotonie in Gang kommen.
Sie
lehrt mich nichts fürs Überleben sondern nur fürs Leben.
Sie
gibt mir den Takt, ordnet mein Leben, ob ich es will oder nicht.
Aufstehen,
Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Essen
muss wohl sein.
Doch
wer hat mir vorgeschrieben dreimal am Tag dieser überflüssigen
Beschäftigung nachzugehen? Die Gesellschaft.
Eins
Frühstück.
Zwei
Mittagessen.
Drei
Abendessen.
Warum
die Zahl drei?
Warum
nicht nur zweimal oder gleich viermal?
Immer
zeigt es sich bei uns in der Welt.
Es
geht immer um drei Dinge im Leben.
Gott,
Sohn und heiliger Geist.
Ein
flotter Dreier um mal etwas neues auszuprobieren.
Die
dämlichen Trilogien-Filmen die gezwungener Maßen auf die heilige
Zahl 3 gebracht werden. Meine Beispiele sind auch drei.
Die
Zahl scheint wohl verhext.
Aber
es heißt ja auch aller guten Dinge sind drei!
Also
müssen meine Mahlzeiten wohl auch drei betragen.
Aufstehen,
Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Ein
Zeitvertreib muss auch sein.
Jeder
macht was um die kleine Freizeit, die einem bleibt auszunutzen.
Doch
in Wahrheit wird sie nur vergeudet.
Die
heilige Zeit zwischen Essen und schlafen wird nie so gebraucht, dass
ich eine vollendete Befriedigung erlebe.
Nichts
schafft mir einen Höhepunkt.
Ich
verbringe diese Zeit mit unbedeutenden Dingen.
Telefonieren.
Chatten.
Musik
hören.
Doch
nichts schafft es den Durchbruch zu erzielen.
Alles
bleibt im Takt.
Nichts
ändert die Monotonie.
Nichts
befreit mich.
Aufstehen,
Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Und
dann kommt die Zeit an der wir denken, diesem Zwang den gar
auszumachen.
Das
heiß ersehnte Wochenende.
Schulfrei.
Keine
Arbeit.
Keine
Aufgaben zu erledigen.
Doch
in Wahrheit ändert sich nichts.
Es
fällt nur etwas weg, aber nichts neues kommt hinzu.
Aufstehen,
Essen, irgendwas, Essen, irgendwas, Essen, irgendwas, schlafen.
Nur
das Nutzlose tun für die Zeitüberbrückung wird länger.
Um
einiges länger.
Man
kommt sich nutzlos vor.
Ich
will nur etwas erschaffen.
Ich
schaffe aber nichts.
Der
Zeitdruck unterdrückt mich.
Diese
ewige Zeitschleife ermordet meine Kreativität.
Aus
dem irgendwas wird eine Schaffenskrise.
Ein
Nutzlos fühlen entsteht.
Ich
fühle mich ausgelaugt.
Unwichtig.
Nur
ein Rad in der Maschine.
Nach
diesem ach so tollen Wochenende, was mich in meinem Trott nur
gewisser gemacht hat, folgt wieder ein Montag, der meine Seele
auffrisst.
Aufstehen,
Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Ich
versuche zu entkommen.
Dem
System zu entfliehen.
Doch
wo ist nur der Ausgang?
Das
große, leuchtende EXIT-Schild?
Ich
suche mich um.
Erkenne
die ganzen Zombies um mich herum.
Die
Marionetten der Zeit.
Jeder
macht das gleiche ohne es zu merken.
Kleine
Abwandlungen sind der einzige Unterschied.
Im
Grunde sind wir jedoch alle gleich.
Ich
hasse es.
Ich
will das nicht mehr.
Aufstehen,
Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas, schlafen.
Mein
ganzes Leben ist vorbestimmt.
Alles
ist eintönig.
Nichts
kann ich machen um etwas neues hervorzubringen.
Muss
man erst älter werden um der Monotonie den gar auszumachen?
Es
scheint so, denn nur so kann ich die Schule abschütteln.
Ich
will älter werden, doch da fällt mir auf, dass ich hier wieder
nicht allein bin.
Jeder
will älter werden.
Ich
warte und warte.
Jahre
mit meinem vorgeschriebenen Takt vergehen.
Ich
komme endlich an.
Werde
hoffentlich an meinem Höhepunkt ankommen und endlich Befriedigung
verspüren.
Dann
die Erkenntnis.
Eine
neue Lebensmelodie stellt sich ein.
Aufstehen,
Essen, Arbeit, Essen, Arbeit , Essen, irgendwas, schlafen.
Ich
will nur noch ausbrechen.
Ich
halte dieses Leben, diese Eintönigkeit, diese Monotonie nicht mehr
aus.
Was
soll ich nur tun.
Ich
schaue mich um und erkenne, dass ich die Einzige auf der Welt bin,
die dieses Problem erkennt. Alle werden von einem seidenen Faden
gezogen.
Das
will ich nicht mehr.
Ich
nehme ein Messer und schneide ihn durch.
Durchbreche
die Monotonie.
Durchbreche
die Lebensmelodie.
Nun
spüre ich Befriedigung.
Das
ist mein Höhepunkt.
Ich
bin endlich frei.
Kein
Aufstehen, Essen, Schule, Essen, Hausaufgabe, Essen, irgendwas,
schlafen mehr.
Doch
als ich dieses Glücksgefühl endlich erreicht habe, erkenne ich,
dass es vorbei ist.
Mein
Takt schlägt nicht mehr und mit ihm mein Herz.
Ich
gehe ins nichts über und verstehe endlich, dass das Leben lebenswert
ist.
Hier
herrscht nur noch.
Nichts,
nichts, nichts und noch mehr nichts.
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