Ein
fernes Lachen. Warmes, prasselndes Feuer. Wir lagen vorm Kamin, Kai
und ich. Sofort stiehlt sich ein Geschmack von Mandeln in meinen
Mund. Ich erinnere mich an Kleinigkeiten: Wie sie über meinen
Rücken strich, über meine Haare fuhr. Ihre Berührungen fühlten
sich so warm an und gaben mir Geborgenheit. Ich weiß nicht mal,
warum ich diesen Moment so in Erinnerung behalten habe. Es war einer
von vielen, nichts Besonderes – aber vielleicht lag ja gerade darin
das Besondere. Das kleine bisschen Glück, das ich suche.
Reicht
mir das? Das kleine Glück? Und was ist mit ihm? Ist das mit ihm
nicht auch Glück? Anderes Glück, doch trotzdem Glück? So oft hatte
ich versucht zu verstehen, was er für mich ist. Immer
unverständlich, immer zu viel in mir um etwas zu begreifen.
Hier
am Meer spüre ich alles wie durch einen Schleier. Als würde ich
einen alten Film betrachten, der mich mein Leben von weit weg sehen
lässt. Distanziert. Blasser. Nicht so farbenfroh, so emotional und
lebensnah. Das Meer vor mir macht sie dadurch leichter. Und in dieser
Leichtigkeit greifbarer. Weil sie weiter von mir weg sind, tun sie
mir nicht mehr weh. Weil sie jetzt keine Macht mehr über mich haben,
nicht mehr in mir, sondern vor mir sind. Ich kann endlich zurück
blicken, ohne dass mich die Vielfalt der Gedanken und Eindrücke
erdrückt. Es fühlt sich an, als ob mich der Anblick des Meeres in
eine andere Welt bringt, in eine zeitlose Welt. Die Zeit existiert
hier nicht und so liegt es an mir, ob ich sie in meinem Geist vor
oder zurück drehe. Das Glück geht in dieser Reise verloren.
Gleichzeitig
merke ich jedoch schon jetzt, wie mich die Sehnsucht nach dem wahren
Leben sucht. Wehmut, ja, das Meer verbinde ich mit Wehmut. Sie steht
vor mir, wartet noch, wird aber bald anklopfen und mich dann umso
fester packen. Doch noch ist es nicht so weit.
Wie
vor einem Fernseher sitze ich stundenlang vorm Meer und starre in die
Wellen. Das Glück finde ich dabei nicht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen