Mit
jeder Minute wird es unwirklicher. War es wirklich wahr? Soll es
wirklich wahr sein?
Würde
mich denn das glücklich machen? Gegen ihn, für sie? Für ihn, gegen
sie? Warum bringt jede Entscheidung eine andere nach sich? Warum kann
ich nichts entscheiden, ohne mich gleichzeitig gegen etwas anderes zu
entscheiden? Ist es egal, was die anderen entscheiden? Ist nur
wichtig, was ich will und wer ich bin? Aber ihre Entscheidungen
beeinflussen mich und wenn -
Mit
einem heftigen Schub weht mir der Meereswind ins Gesicht.
Der
salzige Geruch übertönt meine Gedanken, die seit meiner Ankunft
hier nur Kreise drehen. Und ich komme an.
Bin
glücklich. Bin frei, bin nur ich.
Ich
verstehe, dass es jetzt soweit ist. Jetzt ist alles von mir weg. Und
ich bin leicht und fliege mit dem Wind.
Voll
Genuss strecke ich ein letztes Mal meine Nase in die Meeresluft,
lausche noch einmal dem Meeresrauschen. Dann löse ich mich.
Alles
ist jetzt unwichtig und ich merke, dass ich mich schon lange
entschieden habe. Nicht für ihn, nicht für Kai. Ich habe mich gegen
ihn entschieden, vielleicht auch gegen sie, das weiß ich noch nicht.
Jetzt habe ich mich für das Leben entschieden. Ich kann weg vom
Meer, ich will jetzt zurück. Nach Hause, zum Alltag.
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