Geschrieben von petit Indien.
Vielleicht
erkannte er das auch irgendwann. Dass ich mich, wenn ich mich denn
entscheiden würde, immer gegen ihn entscheiden würde. Also
entschied er vor mir.
Als
ich eines Tages vom Strand zurückkehre, wartet er auf mich. Er sitzt
in der Küche des kleinen Ferienhauses. Als ich eintrete, dreht er
sich nicht einmal um, sondern sagt nur laut ein Wort:
„Ja.“
Ja,
was? ‚Ja, alles was du willst’. ‚Ja, ich war einkaufen’ oder
‚Ja, wir sollten es beenden’?
Er
sieht mich an, nickt und wiederholt: „Ja.“
Egal
um was es geht, als er sich schließlich doch umdreht und das Zimmer
an mir vorbei verlässt, fühle ich mich frei. Ja, ich darf. Ja, es
ist meine Entscheidung und ja, ich bin frei. Dieses Ja höre ich.
Mit
einem wilden Lächeln laufe ich zum Strand. In mir überschlägt sich
alles. Ja. In meinem Körper wird Energie freigesetzt, ich kann nicht
anders als lachend und weinend dazustehen und mir den Wind ins
Gesicht blasen zu lassen. Ja. Ja, endlich frei. Wie Recht er hat, ja!
Ich lasse den Wind die Schwere mit sich nehmen, lasse ihn meine Haare
zerzausen, bis sie mit dem Wind fliegen. Frei. Die Entscheidung ist
endlich gefällt, ja. Ich bin frei. Mein Herz rast wie verrückt.
Jetzt,
da ich diese Linie übertrete, ändert sich etwas in mir. Plötzlich
kann ich nicht mehr aufhören, an Kai zu denken. Mir ist der Strand
plötzlich zu leise, zu einsam. Ich rufe mir allerlei Momente mit ihr
in den Kopf. Kai. Beim Gedanken an sie habe ich zwei Bilder von ihr
in mir: Die eine Kai ist immer lachend, strahlend, frei. Die andere
ist schwerer, dunkler, tiefer, jedoch... anziehend auf eine Art und
Weise, die ich wohl selbst nicht verstehe. Der Wunsch, dass sie noch
immer auf mich wartet, erwacht in mir. Das schlechte Gewissen ihm
gegenüber verblasst.
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