Montag, 5. November 2012

PI: Traumtänzerin 5

Geschrieben von petit Indien.

Zwei Frauen. Sie würden sich am Strand begegnen, sich umrunden, sich anschauen. Die eine würde lächeln, die andere zurück lächeln. Gewissheit. Sie würden es wissen. Zusammen würden sie weitergehen, Sand zwischen den nackten Zehen und auch vor ihnen würde das Meer rauschen. Niemand außer ihnen würde wissen, dass da mehr ist. Jeder sähe nur zwei Frauen, die ihren Weg zwar zusammen gehen, aber eben nicht zusammen sind. Niemand würde wissen, was in ihnen vorgeht, vorging. Niemand, niemand würde hören, wie die eine über ihr gemeinsames Glück nach grübeln würde, zu keinem Ende käme. Alle würden das ewige Rauschen des Meeres hören, doch die Spuren der beiden Frauen im Sand würden schon nach kurzer Zeit verweht sein. Und selbst wenn es nicht wehen würde, wenn es windstille sein sollte, selbst dann würden die Spuren spätestens mit der nächsten Flut verschwunden sein.
Es könnte so einfach sein, das Glück zu haben. Nur ein einziger Traum, ein Glück, eins von vielen.
Ich könnte sofort wieder die Augen schließen und mich gefangen vom Meeresrauschen ins Traumreich träumen und vom Glücksgedanken treiben lassen. Noch weitere Momente durchleben.
Meine Realität verblasst angesichts dieser Leichtigkeit. Sich treiben lassen.
Doch nein, treiben lassen bringt nichts. Dass das nichts bringt, habe ich ja gesehen. Dass Träumereien zu nichts führen, musste ich schmerzlich erfahren. Und noch schlimmer, mussten sie beide auch erfahren. Durch mich. Durch mein Treiben lassen. Nein, ich zwinge mich, meine Augen offen zu halten. Kein weiterer erdachter Glücksmoment. Nein. Es könnte so einfach sein…

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