Ich
bin (ein) Glücklicht
Wie eine Kerze in einem
stürmischen Zimmer.
Kalte Tage, kalte Nächte,
raue Winde -
die Decke bricht über
meinem Kopf zusammen.
Winterluft weht herein.
Unzählige Flocken lassen
mich zittern und bangen.
Der Boden wird von Tag zu
Tag härter,
die Erdanziehungskraft
klammert sich an mich,
wie eine Kette, die all
meine dunklen Seiten als Gewichte hat.
Sie will mich herunter
ziehen -
aber noch tiefer als auf
den Boden kann ich nicht sinken, oder?
Dann nähern sich
Schritte.
Ich bin nicht mehr allein,
für einen kurzen Moment öffnet sich der Türspalt
und Licht dringt herein,
fast als würde ich im Sterben liegend dem Paradies entgegen blicken.
Du trittst an mich heran
und hebst mich auf, ohne Bitten und Flehen.
Regungslos lasse ich mich
von dir tragen, wage es nicht, auch nur einen Ton zu sagen.
Ich würde gerne an dich
glauben, aber es gelingt mir nicht.
Zu sehr lasten die Trümmer
auf mir und meiner Seele.
Alleine bin ich unfähig
los zu lassen.
Ich hatte schon fast nicht
mehr an dich geglaubt.
Da flackerte ein Funken
auf, der mich an schönere Tage erinnert.
Du näherst dich,
entzündest mich, erleuchtest mich.
Mein Feuer kannst du
rufen, hoch lodere ich auf, ich fliege in der Luft.
Tanzend, voll neuer Kraft
hast du mich aufgeweckt.
Behutsam hüllst du deine
Hand über mich und setzt mich dorthin, wo ich hin gehöre.
Und ich weiß, du wirst
mich immer wieder mit deinem Licht beschenken.
Glück wird einem
geschenkt.
Du bist mein Glück.
Ich bin glücklich.
Ich bin wieder zu Licht
geworden.
Ich bin ein Glücklicht.
Kalterer See bei Nacht
Soundtrack:
Edith Piaf - Non, je ne regrette rien
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