Ich sollte etwas über das Glück
schreiben. Doch leider wusste ich nicht was!
Jemand, der bei diesem Projekt noch
mitmacht, schreibt bestimmt eine Liebesgeschichte - „Und sie lebten
glücklich bis an ihr Lebensende!“ oder „Endlich hatte sie ihr
Glück gefunden!“, Bah!
Okay, okay, ich weiß: Es ist ganz
schön mies so etwas zu sagen, aber diese Sätze regen mich auf. Die
schönen, kitschigen Liebesgeschichten – ich lese sie gerne, aber
solche Sätze machen mich verrückt.Und nur so zu meiner
Entschuldigung, das ist jetzt alles nur Vermutung. Vielleicht habe
ich ja Glück und habe Recht.
Seht ihr, da ist es schon wieder!
Dieses Wort „Glück“. Es taucht zu jeder passenden und
unpassenden Zeit auf. Hat jemand eine gute Note geschrieben: „Boh,
da hast du aber Glück gehabt.“ Nein! Hat er nicht! Vielleicht hat
er einfach nur in der Stunde zuvor gut aufgepasst oder auf die Stunde
gut gelernt oder er ist einfach ein absolutes Genie und wusste das
alles, obwohl er weder aufgepasst hat, noch irgendetwas gelernt hat.
Oder er hatte wirklich einfach nur Glück. Aber die
Wahrscheinlichkeit, dass er Glück hatte liegt bei 25%. Wenn man nur
diese Möglichkeiten sieht. Doch was ist, wenn er abgeschrieben hat!
Nun dann liegt die Wahrscheinlichkeit nur noch bei 20%. Und wenn es
noch eine 6. Möglichkeit gibt, dann...
Nein, ich höre jetzt auf. Ich
langweile nur! Ich sollte doch über Glück schreiben, über etwas
das glücklich macht, etwas das mich glücklich macht, das Glück
vielleicht beschreibt. Ich weiß nicht! Mir fällt nichts ein! Sollte
ich in diesen tollen Büchern nachschlagen, die meine Mutter unten
stehen hat? Besser nicht! A) Ich verstehe nur die Hälfte! B) Es soll
meine eigene Idee sein. Etwas, das ich geschrieben habe, das mir
eingefallen ist! Ansonsten werden mir auch noch Plagiatsvorwürfe
gemacht – so wie dem Guttenberg – später, wenn ich dann mal in
der Politik bin und die CSU oder irgendeine andere Partei ärgere.
Nein, ich gehe nicht in die Politik und
was ich hier gerade schreibe, ist auch totaler Schwachsinn! Ich
lösche es oder nein, noch besser, ich drucke es aus und zerknülle
es dann und werfe es zu dem Berg von Papier, der irgendwo um meinen
Schreibtisch verteilt liegt.
Ja, ich weiß! Das ist
Papierverschwendung und eigentlich sollte ich so etwas nicht machen.
Immerhin bin ich ja auch dafür, dass man die Umwelt schützt. Und
wenn man Papier verschwendet, führt das dazu, dass man noch mehr
Bäume abholzt und diese Bäume fehlen dann um unseren erhöhten
Schadstoffausstoß zu kompensieren.
Na ja und dann erwärmt sich das Klima,
den Eisbären und Pinguinen schmilzt der Schnee und das Eis unter den
Pfoten und Krallen weg. Die Leute in Asien bekommen Probleme, weil
ihre Inseln unter Wasser stehen und Australien, Kalifornien,
Griechenland und Spanien bekommen die Krise, weil ihnen die Wälder
vor der Haustür abbrennen. Wir Deutschen haben eigentlich keine
Probleme außer den Zuwanderungsraten, die steigen und die
trockeneren Jahre.
So und wieder habe ich einen ganzen
Absatz hinter mir ohne etwas über das Glück gesagt zu haben, jetzt
musste ich es wenigstens mal erwähnen, ansonsten tut es mir noch
richtig leid, das arme Glück.
Hoffentlich habe ich jetzt das Glück
und mein PC stürzt ab, dann muss ich niemandem die Grausamkeit
antun, das hier zu lesen. Nur dann muss ich mir wieder was neues
einfallen lassen und das wäre dann weniger Glück für mich – ich
glaube ich sollte doch weiter schreiben. Jetzt habe ich ja wenigstens
etwas und irgendwie ist es zum schreien komisch, finde ich zumindest.
Vielleicht habe ich ja Glück und ihr auch.
Tut mir leid, ich weiß wirklich nicht,
was ich schreiben soll, außer diesen Unsinn da oben. Eigentlich
müsstet ihr das ja von mir gewohnt sein, dass ich Unsinn verzapfe.
Ich kenne niemanden der so viel zu Glück schreiben kann ohne das
vielleicht auch nur m entferntesten mit diesem Thema zu tun hat.
Dabei müsste mir doch so viel dazu einfallen – immerhin habe ich
mindestens einmal pro Woche damit zu tun.
Poker ist ein Glücksspiel, Black Jack
und Kniffel auch. Meine Facharbeit schreibe ich schließlich zu
Kniffel und damit doch auch gewisserweise über Glück. Ob ich jetzt
eine Sechs oder eine Drei würfele, hängt schließlich von meinem
Glück ab. Inwiefern ich dieses Glück beeinflussen kann, kann ich
ausrechnen und ob ich dabei richtig rechne, hängt von meiner
Schusseligkeit, meiner Konzentration und vom Glück ab.
Genauso bei dem Abi. Ob ich ein gutes
Abi schreibe, hängt davon ab, ob ich in den Jahren zuvor gute Noten
gehabt habe, ob ich meine Seminare gut hinter mich gebracht habe, ob
ich mich gut vorbereitet habe und vom Glück.
Irgendwie spielt das Glück überall
mit hinein. In der Schule, bei der Arbeit, in der Liebe und … und …
und... Doch was Glück letztendlich ist, weiß ich auch nicht.
Vielleicht ist es das Eintreffen von etwas sehr Unwahrscheinlichem –
zum Beispiel einen Sechser im Lotto oder einfach nur etwas, das mich
fröhlich macht – ähh, glücklich macht, meine ich.
Und wann bin ich glücklich? Wann bist
du glücklich? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, das ich an meinem
sechzehnten Geburtstag gestrahlt habe wie ein Honigkuchenpferd –
aber war ich da wirklich glücklich? Keine Ahnung, interessiert mich
jetzt eigentlich auch nicht so sehr. Und wenn meine Schwester eine
halbe Ewigkeit nicht mehr da war (nur so als Anmerkung: in diesem
Fall entspricht eine halbe Ewigkeit einer Woche), bin ich glücklich,
wenn sie wieder da ist. Das gleiche gilt für meinen Bruder, auch
wenn er mich die meiste Zeit im Leben bisher aufgeregt hat. Ich bin
glücklich, wenn ich eine gute Note geschrieben habe und wenn ich
meinen Schwarm wieder sehe. Ich bin glücklich zu Weihnachten, warum
auch immer und wenn ich Leute, die ich schon lange nicht mehr
getroffen habe, wieder sehe. Ich bin im Winter glücklich, wenn der
Zug mal nicht im Schneechaos steckt und im Sommer, wenn die
Sommerferien wieder anfangen. Und nach den Sommerferien bin ich
glücklich, weil ich dann wieder in die Schule komme und etwas lernen
kann oder darf oder auch muss.
Irgendwo habe ich gelesen, dass eine
Frau, die bettlägerig war, mit der Sonde ernährt werden musste und
nicht mehr sprechen konnte, auf einen Zettel geschrieben hat: „Ich
habe beschlossen glücklich zu sein!“ Die Krankenschwester hat
erzählt, dass die Dame von da an immer mit einem Lächeln
anzutreffen war und anscheinend auch mit einem Lächeln gestorben
ist.
Ist eigentlich kitschig, aber ich finde
die Geschichte auch ziemlich schön. Die Frau wurde nicht von ihren
Kindern besucht, die hatten keine Zeit. Ihr Mann war schon tot und ob
sie Freunde hatte, weiß ich nicht. Aber sie war glücklich,
zumindest nach dem Bericht. Vielleicht hilft es auch einfach nur für
die kleinen Dinge im Leben glücklich zu sein, ich weiß es nicht!
Hiermit beschließe ich jetzt die
Geschichte zu beenden. Ich habe keine Ahnung, ob der Text auf
irgendeine Art und Weise Sinn macht oder ob er literarisch total
ausgefeilt ist. Ich weiß auch nicht, ob er euch gefallen wird und ob
er den Literaturnobelpreis gewinnen wird, was ich allerdings ganz
stark bezweifle. Vielleicht habe ich Glück und habe kein Komma
vergessen, was ich allerdings auch nicht glaube und vielleicht
zerknülle ich dieses Blatt hier wirklich. Aber erst in ein paar
Jahren, wenn ich diesen Text wieder finde und mich darüber aufrege,
was für einen Unsinn ich geschrieben habe, als ich sechzehn war.
Nicht zerknüllen. Er gefällt mir. Gefällt mir sogar gut.
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