Mittwoch, 18. Juli 2012

JC: Gedanken zum Glück

geschrieben von Jerina Cole.




Ich sollte etwas über das Glück schreiben. Doch leider wusste ich nicht was!
Jemand, der bei diesem Projekt noch mitmacht, schreibt bestimmt eine Liebesgeschichte - „Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende!“ oder „Endlich hatte sie ihr Glück gefunden!“, Bah!
Okay, okay, ich weiß: Es ist ganz schön mies so etwas zu sagen, aber diese Sätze regen mich auf. Die schönen, kitschigen Liebesgeschichten – ich lese sie gerne, aber solche Sätze machen mich verrückt.Und nur so zu meiner Entschuldigung, das ist jetzt alles nur Vermutung. Vielleicht habe ich ja Glück und habe Recht.

Seht ihr, da ist es schon wieder! Dieses Wort „Glück“. Es taucht zu jeder passenden und unpassenden Zeit auf. Hat jemand eine gute Note geschrieben: „Boh, da hast du aber Glück gehabt.“ Nein! Hat er nicht! Vielleicht hat er einfach nur in der Stunde zuvor gut aufgepasst oder auf die Stunde gut gelernt oder er ist einfach ein absolutes Genie und wusste das alles, obwohl er weder aufgepasst hat, noch irgendetwas gelernt hat. Oder er hatte wirklich einfach nur Glück. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass er Glück hatte liegt bei 25%. Wenn man nur diese Möglichkeiten sieht. Doch was ist, wenn er abgeschrieben hat! Nun dann liegt die Wahrscheinlichkeit nur noch bei 20%. Und wenn es noch eine 6. Möglichkeit gibt, dann...

Nein, ich höre jetzt auf. Ich langweile nur! Ich sollte doch über Glück schreiben, über etwas das glücklich macht, etwas das mich glücklich macht, das Glück vielleicht beschreibt. Ich weiß nicht! Mir fällt nichts ein! Sollte ich in diesen tollen Büchern nachschlagen, die meine Mutter unten stehen hat? Besser nicht! A) Ich verstehe nur die Hälfte! B) Es soll meine eigene Idee sein. Etwas, das ich geschrieben habe, das mir eingefallen ist! Ansonsten werden mir auch noch Plagiatsvorwürfe gemacht – so wie dem Guttenberg – später, wenn ich dann mal in der Politik bin und die CSU oder irgendeine andere Partei ärgere.

Nein, ich gehe nicht in die Politik und was ich hier gerade schreibe, ist auch totaler Schwachsinn! Ich lösche es oder nein, noch besser, ich drucke es aus und zerknülle es dann und werfe es zu dem Berg von Papier, der irgendwo um meinen Schreibtisch verteilt liegt.

Ja, ich weiß! Das ist Papierverschwendung und eigentlich sollte ich so etwas nicht machen. Immerhin bin ich ja auch dafür, dass man die Umwelt schützt. Und wenn man Papier verschwendet, führt das dazu, dass man noch mehr Bäume abholzt und diese Bäume fehlen dann um unseren erhöhten Schadstoffausstoß zu kompensieren.
Na ja und dann erwärmt sich das Klima, den Eisbären und Pinguinen schmilzt der Schnee und das Eis unter den Pfoten und Krallen weg. Die Leute in Asien bekommen Probleme, weil ihre Inseln unter Wasser stehen und Australien, Kalifornien, Griechenland und Spanien bekommen die Krise, weil ihnen die Wälder vor der Haustür abbrennen. Wir Deutschen haben eigentlich keine Probleme außer den Zuwanderungsraten, die steigen und die trockeneren Jahre.
So und wieder habe ich einen ganzen Absatz hinter mir ohne etwas über das Glück gesagt zu haben, jetzt musste ich es wenigstens mal erwähnen, ansonsten tut es mir noch richtig leid, das arme Glück.

Hoffentlich habe ich jetzt das Glück und mein PC stürzt ab, dann muss ich niemandem die Grausamkeit antun, das hier zu lesen. Nur dann muss ich mir wieder was neues einfallen lassen und das wäre dann weniger Glück für mich – ich glaube ich sollte doch weiter schreiben. Jetzt habe ich ja wenigstens etwas und irgendwie ist es zum schreien komisch, finde ich zumindest. Vielleicht habe ich ja Glück und ihr auch.

Tut mir leid, ich weiß wirklich nicht, was ich schreiben soll, außer diesen Unsinn da oben. Eigentlich müsstet ihr das ja von mir gewohnt sein, dass ich Unsinn verzapfe. Ich kenne niemanden der so viel zu Glück schreiben kann ohne das vielleicht auch nur m entferntesten mit diesem Thema zu tun hat. Dabei müsste mir doch so viel dazu einfallen – immerhin habe ich mindestens einmal pro Woche damit zu tun.

Poker ist ein Glücksspiel, Black Jack und Kniffel auch. Meine Facharbeit schreibe ich schließlich zu Kniffel und damit doch auch gewisserweise über Glück. Ob ich jetzt eine Sechs oder eine Drei würfele, hängt schließlich von meinem Glück ab. Inwiefern ich dieses Glück beeinflussen kann, kann ich ausrechnen und ob ich dabei richtig rechne, hängt von meiner Schusseligkeit, meiner Konzentration und vom Glück ab.
Genauso bei dem Abi. Ob ich ein gutes Abi schreibe, hängt davon ab, ob ich in den Jahren zuvor gute Noten gehabt habe, ob ich meine Seminare gut hinter mich gebracht habe, ob ich mich gut vorbereitet habe und vom Glück.

Irgendwie spielt das Glück überall mit hinein. In der Schule, bei der Arbeit, in der Liebe und … und … und... Doch was Glück letztendlich ist, weiß ich auch nicht. Vielleicht ist es das Eintreffen von etwas sehr Unwahrscheinlichem – zum Beispiel einen Sechser im Lotto oder einfach nur etwas, das mich fröhlich macht – ähh, glücklich macht, meine ich.

Und wann bin ich glücklich? Wann bist du glücklich? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, das ich an meinem sechzehnten Geburtstag gestrahlt habe wie ein Honigkuchenpferd – aber war ich da wirklich glücklich? Keine Ahnung, interessiert mich jetzt eigentlich auch nicht so sehr. Und wenn meine Schwester eine halbe Ewigkeit nicht mehr da war (nur so als Anmerkung: in diesem Fall entspricht eine halbe Ewigkeit einer Woche), bin ich glücklich, wenn sie wieder da ist. Das gleiche gilt für meinen Bruder, auch wenn er mich die meiste Zeit im Leben bisher aufgeregt hat. Ich bin glücklich, wenn ich eine gute Note geschrieben habe und wenn ich meinen Schwarm wieder sehe. Ich bin glücklich zu Weihnachten, warum auch immer und wenn ich Leute, die ich schon lange nicht mehr getroffen habe, wieder sehe. Ich bin im Winter glücklich, wenn der Zug mal nicht im Schneechaos steckt und im Sommer, wenn die Sommerferien wieder anfangen. Und nach den Sommerferien bin ich glücklich, weil ich dann wieder in die Schule komme und etwas lernen kann oder darf oder auch muss.

Irgendwo habe ich gelesen, dass eine Frau, die bettlägerig war, mit der Sonde ernährt werden musste und nicht mehr sprechen konnte, auf einen Zettel geschrieben hat: „Ich habe beschlossen glücklich zu sein!“ Die Krankenschwester hat erzählt, dass die Dame von da an immer mit einem Lächeln anzutreffen war und anscheinend auch mit einem Lächeln gestorben ist.
Ist eigentlich kitschig, aber ich finde die Geschichte auch ziemlich schön. Die Frau wurde nicht von ihren Kindern besucht, die hatten keine Zeit. Ihr Mann war schon tot und ob sie Freunde hatte, weiß ich nicht. Aber sie war glücklich, zumindest nach dem Bericht. Vielleicht hilft es auch einfach nur für die kleinen Dinge im Leben glücklich zu sein, ich weiß es nicht!

Hiermit beschließe ich jetzt die Geschichte zu beenden. Ich habe keine Ahnung, ob der Text auf irgendeine Art und Weise Sinn macht oder ob er literarisch total ausgefeilt ist. Ich weiß auch nicht, ob er euch gefallen wird und ob er den Literaturnobelpreis gewinnen wird, was ich allerdings ganz stark bezweifle. Vielleicht habe ich Glück und habe kein Komma vergessen, was ich allerdings auch nicht glaube und vielleicht zerknülle ich dieses Blatt hier wirklich. Aber erst in ein paar Jahren, wenn ich diesen Text wieder finde und mich darüber aufrege, was für einen Unsinn ich geschrieben habe, als ich sechzehn war.

1 Kommentar:

  1. Nicht zerknüllen. Er gefällt mir. Gefällt mir sogar gut.

    --Windspiel

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